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Wunderkammer IX im Rahmen der Ausstellung "Graphein" 18.1.-15.3.2019

Wolfgang Seierl
Arbeiten auf Papier unter Verwendung einiger Hinschriften von Julian Schutting

Katalog/artworks

 




Die in diesen Arbeiten realisierte Idee der bildnerischen Gestaltung bzw. Erweiterung von Autographen geht auf die Anregung des Sammlers Gerhard Hartmann (Lindau) zurück. Meine Anfrage um Handschriften zu diesem Zweck richtete ich deswegen an den Dichter Julian Schutting, weil ich in meiner Eigenschaft als Komponist vor Jahren einige seiner Texte musikalisch deuten durfte, ich also bereits Zugang zu seiner Gedankenwelt hatte.
Die von Schutting für dieses Projekt zur Verfügung gestellten Gedichtskizzen waren flüchtig auf verschiedene Papiersorten wie Briefumschläge oder Kartons notiert und luden so sowohl optisch als auch inhaltlich zum bildnerischen Dialog ein. Dabei hatte alles Bedeutung: die Farbe und Form des Papiers (zum Teil war es gerissen oder beschnitten), Adressaufschriften und Poststempel, die Handschrift (mit blauer Tinte), und nicht zuletzt der berührende Inhalt der Texte.
Ich ließ den Assoziationen freien Lauf, antwortete mit der Auswahl der darunter- bzw. darüber geklebten Papiere, mit Dazugeschriebenem und -gezeichnetem, mit Übermalungen. Ich versuchte, den von Schutting beschriebenen Originalblättern in meiner Bearbeitung nicht so sehr meine eigene Welt entgegenzusetzen, als die innere Wirklichkeit der Gedanken des Dichters sichtbar zu machen, ihnen ein "Gehäuse" zu bauen. Das so inszenierte Zwiegespräch hatte etwas Leichtes und Spielerisches. Nicht nur bot das wiederholte Lesen der Texte meinem bildnerischem Verständnis immer neue Impulse, es blieb auch Vieles offen, was dem Endergebnis keinerlei Abbruch tut, sondern vielmehr den Schwebezustand zum Prinzip erklärt. (Wolfgang Seierl, 2019)

Ein paar Sätze zu dem, was ich für Wolfgang Seierl in der Annahme, er würde dies und das in seine Blätter integrieren, auf Packpapier, auf die Hinterseite von Briefkuverts etcetera flott hingeschrieben habe - hatte also nicht damit gerechnet, daß das alles in schwer leserlicher Handschrift transkripiert mitpubliziert würde.
gehalten habe ich mich an zu dieser Novemberzeit 2017 Skizziertes, zum Beispiel an meine jüngsten Verfremdungen berühmter Hölderlin-Gedichte („Hälfte des Lebens“, „Hyperions-Schicksalslied“), an meine Aneignung von August von Platens „Wer die Schönheit ...“, an meine Verschärfungen der von Schubert in seiner „Winterreise“ hinangehobenen Gedichte von Wilhelm Müller. habe aber auch, ohne viel zu überlegen, mir in diesen Tagen durch den Kopf gegangenes vor mich hin improvisiert:
halbzeilenweise wie Schriftproben in Graphiken aufgenommen, würde das schon taugen ... an die nicht von mir festgelegte Abfolge dieser Druckschrift-Gebilde hab ich allein schon deshalb nicht gerührt, weil mir so Belangloses, wie was mir als erstes, als zweites ... hinzuschreiben eingefallen ist, schon nach diesen fünf, sechs damit verbrachten Stunden entfallen war. (Julian Schutting)

 
Wunderkammer IX in occasion of the exhibition "Graphein" 18 January -15 March 2019

Wolfgang Seierl
Works on paper using autographic poems by Julian Schutting

artworks


The idea of developing and elaborating autographs in pictorial form was suggested by the collector Gerhard Hartmann (Lindau). I therefore asked the poet Julian Schutting for manuscripts, because in my capacity as a composer I had put some of his texts to music some years previously. I was therefore already familiar with his thought processes.
The poetry jottings provided by  Schutting for this project were written down on different types of paper, such as envelopes or cardboard, and in terms both of content and visual appearance provided a good basis for pictorial dialogue. Everything had a significance: the colour and form of the paper (in some cases torn or cut), the addresses and mail stamps, the handwriting (in blue ink), and not least the moving content of the texts.
I gave free rein to my imagination, responding to the written word with pieces of paper glued above and below the writing, with additional words and drawings, and with overpainting. I attempted in my work not so much to impose my own world on Schutting’s original sheets but to visualise the inner reality of the poet’s thoughts and to construct a framework for them. The resultant dialogue had a light and playful air. The rereading of the texts gave new stimulus to my pictorial interpretation, but it also left much unstated, which in no way distracts from the end result but rather puts the state of suspension into focus. (Wolfgang Seierl, 2019)

 
         
Droben ihr wandelt Glaubst du es mir? Was – was Drachentöter? Mit gelben Wo wähn ich, wenn
40,5 x 57,5 cm / 1100 EUR 40,5 x 57,5 cm / 1100 EUR 40,5 x 57,5 cm / sold 40,5 x 57,5 cm / 1100 EUR 40,5 x 57,5 cm / 1100 EUR
         
Winterreise Auf dem Grunde Dass mir eines Tages Wohin führt dieser Weg? Elias
40,5 x 57,5 cm / 1100 EUR 40,5 x 57,5 cm / 1100 EUR 40,5 x 57,5 cm / 1100 EUR 34,8 x 24,9 cm / 650 EUR 34,8 x 24,9 cm / 650 EUR
         
Vergebliche Liebesmüh Die Idee Hirsch Taucht der Gipfel Irrsee Wer die Schönheit I
34 x 45,5 cm / 850 EUR 34 x 39 cm / 850 EUR 49 x 34 cm / 1100 EUR 49 x 34 cm / 1100 EUR 49 x 34 cm / 1100 EUR
         

Alle Arbeiten Autographen (Julian Schutting) und Mischtechnik (Wolfgang Seierl) auf Papier. Zur Ausstellung gibt es einen Printkatalog mit allen Texten und Abbildungen sämtlicher Arbeiten um 15 EUR.

All works are a combination of autographs by Julian Schutting and mixed media on paper by Wolfgang Seierl. A printed catalogue includes both the texts and reproductions of all artworks and can be acquired at the price of 15 EUR.

Den Selbstmord       Wer die Schönheit II
20,8 x 29,8 cm / 550 EUR       49 x 34 cm / 1100 EUR