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galerie hochdruck
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Graphein Schrift=Bilder aus sieben Jahrhunderten

Kalligraphie
Typographie
Visuelle Poesie

Eröffnung: Dienstag, 16.10., 19 Uhr
Einführung

16.10.2018-15.2.2019

Victor Hugo, in seiner Doppelbegabung als Dichter und Zeichner selbst ein Wandler zwischen Schrift und Bild, schrieb 1839 in einem seiner Reiseberichte: "Die Hieroglyphe ist die notwenige Grundlage der Letter. Alle Lettern waren erst Zeichen, und alle Zeichen waren erst Bilder. Das menschliche Zusammenleben, die Welt, den ganzen Menschen trifft man im Alphabet an."

Die aktuelle Ausstellung in der Galerie Hochdruck untersucht die Wechselwirkungen zwischen Schrift und bildender Kunst, vom Einzelbuchstaben als abstraktem Zeichen oder Symbol bis zu zusammenhängenden Texten, die Bildcharakter annehmen. Der Schwerpunkt liegt auf dem 20. Jahrhundert, im dem durch die  exponentielle Zunahme druckgrafischer Methoden und Möglichkeiten vor allem im gebrauchs-grafischen Bereich ein Feuerwerk neuer typografischer Lösungen entfacht wird, das nicht nur oft ein Changieren zwischen Schrift als Bild und Bild als Schrift mit sich bringt, sondern auch eine Gratwanderung zwischen künstlerischem Anspruch und öffentlicher Wirksamkeit.

In diesem Zusammenhang werden nicht nur gebrauchsgrafische Entwürfe von Künstlern für Plakate, Bucheinbände oder Zeitungscover präsentiert, sondern auch besonders geglückte Beispiele aus der Hand von Spezialisten auf dem Gebiet der Werbegrafik. Als dritte Komponente reiht sich reine Künstlergrafik in den klassischen Drucktechniken Holzschnitt, Radierung, Lithographie und Siebdruck nahtlos ein, für deren formalen Aufbau und Aussagekraft kalligrafische, typografische oder textuelle Elemente - mit allen Kombinationsmöglichkeiten - konstituierend sind. Eine besondere Gruppe bilden hier wieder die Künstlerbücher. Eines der überragenden Beispiele ist sicher das von Fernand Léger zu einem Text von Blaise Cendrars konzipierte Buch "La Fin du Monde filmée par l'Ange N.-D." aus 1919, mit mehr oder weniger abstrakten, von Leuchtreklamen und dem jungen Medium Film inspirierten Textcollagen in Schablonentechnik. Letztere sollte in dieser Form erst in jüngerer Zeit von Graffiti-Künstlern weltweit wiederentdeckt werden. Weitere Themen der Ausstellung sind Notation - musikalische oder sonstige - und schriftverwandte Zeichen, oft im Zwischenbereich zwischen Anweisung zum tatsächlichen Gebrauch (wie bei der musikalischen Grafik) und reinem künstlerischen Ausdruck (wie beispielsweise bei der schriftähnlichen Zeichensprache Keith Harings), sowie ein stark textbasierter Bereich, der sich von literarischer Seite in Form visueller und konkreter Poesie dem Bild annähert. Hier seien als prominente und frühe Beispiele im 20. Jahrhundert die furiosen Textcollagen F. T. Marinettis aus seinem Buch "Les mots en liberté futuristes" genannt.

Ein nicht unwesentlicher Reiz der Ausstellung dürfte in der Möglichkeit des unmittelbaren Vergleiches zwischen neuerer, uns weitgehend geläufiger Schriftkunst und Beispielen textbasierter, intermedialer Kunst vom 15. bis zum 19. Jahrhundert liegen.  Hier bekommt man eine Ahnung, wie reichhaltig das einschlägige Material, von der illuminierten Buchseite eines Renaissance-Druckes, über die reich ornamentierte persische Gedichthandschrift, das barocke Schreibmeisterblatt in Labyrinthform, japanische Gedichtblätter des frühen 19. Jahrhunderts (Surimono), oder afrikanische Handschriften für den liturgischen Gebrauch, mit Schriftzeichen, die im Alltagsgebrauch lange ausgestorben sind, auch außerhalb des Einflussbereiches neuerer Avantgarden ist, mit denen wir üblicherweise zumindest das Gebiet der Typographie verbinden.

   
   
Wunderkammer VII
Im Rahmen der Ausstellung "Künstler als Gebrauchsgrafiker und Illustratoren"

 
George Grosz ECCE HOMO

Alle 16 Farbtafeln der unzensierten Ausgabe B II, Malik-Verlag, Berlin 1922/23.

18.6.-16.10.2018

Zu den Abbildungen English

"Ecce Homo", die vielleicht berühmteste Grafikfolge von Georg Groß, der sich ab 1916 in einem Anfall von Ekel vor seinen deutschen Zeitgenossen amerikanisierend George Grosz nannte, ist ein Kompendium voll kommentarloser, beißender Bildsatire - stilistisch ein Mischwesen zwischen dem ausuferndem Furioso eines Hieronymus Bosch, futuristischem Geschwindigkeitsrausch und geometrischer Strenge des Kubismus. Darüber hinaus ist "Ecce Homo" wie jede große Satire von großem Ernst getragen und, wie schon der Titel verrät, voller Anspielungen auf die "ewigen" Menschheitsthemen. In beinahe enzyklopädischem Ausmaß zeugen die Blätter von der Befindlichkeit des Berliner Lebens der Zwischenkriegszeit, mit seinen Spießbürgern, Hochstaplern, Kriegsversehrten und Kriegsgewinnlern sowie den Heerscharen von modernen Sklaven oder (wie wir sie heute nennen würden) "Dienstleistern", die Vorgenannten jederzeit zur Verfügung stehen. Berlin steht dabei pars pro toto für den "ganz normalen" großstädtischen Wahnsinn der Moderne, was den Zyklus mit hohem Aktualitätsgrad ausstattet. Bei Grosz kommt eigentlich kaum einer gut weg (nicht einmal der Künstler selbst, der ein blaues Auge abbekommt), denn auch die Gentleman- und institutionellen Gauner erwischt es irgendwann einmal. Man fühlt sich in Döblins ein paar Jahre später entstandenen Roman "Berlin Alexanderplatz" versetzt, den man als die literarische Entsprechung zu "Ecce Homo" bezeichnen könnte. Hier wie dort sind die "kleinen Leute" Duckmäuser, jederzeit und zu jedem Preis bereit, sich einen auch noch so kleinen Vorteil zu verschaffen und die "Großen" übermächtig, zynisch und brutal. Wenn Grosz überhaupt irgendjemandem gegenüber Sympathie zeigt, dann den in der gesellschaftlichen Rang- und Hackordnung ganz unten stehenden wie z.B. den Prostituierten, die bei Grosz mitunter die Würde von Königinnen ausstrahlen. Grosz steht damit in der Nachfolge von Künstlern mit sozialem Gewissen wie Daumier oder Van Gogh. Erster behandelt die Fehler seiner Zeitgenossen trotz weitgehender Verwendung von weicher Lithokreide sozusagen mit spitzer Feder, während zweiter zumindest in seinem Frühwerk die Milde und das Pathos der Zuneigung für die Unterprivilegierten hervorkehrt. Von beidem hat Grosz' "Ecce Homo" etwas, schon allein wegen der Technik, in der die Vorlagen für die Vervielfältigung als Offset-Lithographien geschaffen wurden: Feder und Tusche für die schwarz-weißen sowie zusätzlich weicher Aquarellpinsel und Wasserfarbe für die farbigen Zeichnungen waren die Mittel der Wahl.  

Es ist kein Wunder, daß "Ecce Homo" nur etwas über ein Jahr lang in seinem kompletten Umfang verkauft werden durfte, denn die Ankläger und Richter waren bald nach Erscheinen auf den Plan gerufen (siehe Artikel unten). Wenn schließlich auch kein Totalverbot erfolgte, so mussten doch zahlreiche Motive aus dem in verschiedenen Buch- und Mappenvarianten herausgegebenen Werk entfernt werden. In der Galerie Hochdruck sind alle 16 farbigen Blätter der unzensierten Mappen-Edition B II zu sehen.

 

Vossische Zeitung, Berlin, 17. Februar 1924

George Grosz verurteilt.
Das "normale Empfinden" siegt.

Wieder einmal hat die Gerechtigkeit gegen einen "unzüchtigen" Künstler ihren Lauf genommen: In dem Prozeß gegen den Maler George Grosz und die Inhaber des Malik-Verlages wegen der Veröffentlichung der Mappe "Ecce Homo", der gestern vor dem Landgericht I Berlin stattfand, wurden die Angeklagten zu einer Geldstrafe von je 500 Goldmark verurteilt. Der Staatsanwalt hatte für Grosz die gleiche, für die beiden Verleger Gumpertz und Herzfeld (sic!) je 1000 M. beantragt; aber mit der geringen Abschwächung des Strafmaßes trat das Gericht seiner Auffassung bei.

Vergeblich suchte Grosz selbst in seiner eindringlichen, sympathisch-unbeholfenen Art klar zu machen, daß es sein leidenschaftliches Bestreben sei, die Schwächen und Laster der Zeit und der Gesellschaft anzunageln, und daß er allerdings glaube, sich diesem Ziele nur nähern zu können, wenn er die Wahrheit rücksichtslos enthülle. Vergebens legten die geladenen Sachverständigen, Reichskunstwart Dr. Redslob, Maximilian Harden und Dr. Max Osborn in ihren Ausführungen dar, daß die deutsche Kunstwelt in Grosz einen Zeitkritiker und einen Künstler von ungewöhnlicher und bleibender Bedeutung erblicke. Vergebens überreichte der Verteidiger Dr. Paul Levi ein Gutachten Max Liebermanns, der Grosz für einen bedeutenden Künstler erklärte und ihn gegen den Vorwurf, die Moral zu gefährden, in Schutz nahm. Immer wieder wird Künstlern und Kunstfreunden jene berühmte Entscheidung des Reichsgerichts vorgehalten, daß ein Kunstwerk, auch wenn es nicht die Lüsternheit erregt, doch als unzüchtig anzusehen sei, wenn es das Scham- und Sittlichkeitsgefühl des normal empfindenden Menschen auch nur leicht verletzt. Es ist wahrlich höchste Zeit, daß die höchste Justizbehörde sich zu anderen Formulierungen entschließt. Zugleich erlebte man es wieder, daß die Urteilsbegründung darauf hinwies, nur dies "normale Empfinden" und nicht die "Anschauungen eines kleinen Kreises" - soll heißen nur Kunstkenner und geistige Menschen - könne als maßgebend angesehen werden. Das bedeutet die Autorität der Unverständigen über die der Verstehenden setzen. Mit einem leisen Schauer wurde man wieder gewahr, daß hier Parteien miteinander verhandeln, die ganz verschiedene Sprachen sprechen und die darum dauernd in tragischem gegenseitigen Mißverstehen verharren. Den Antrag des Staatsanwalts auf Einziehung und Vernichtung der ganzen "Ecce-Homo"-Mappe trat das Gericht jedoch nicht bei. Es verfügte lediglich, daß von den 84 Zeichnungen 17, von den 16 Aquarellreproduktionen fünf aus dem Werk zu entfernen seien.

Kunst für jeden Tag
Künstler als Gebrauchsgrafiker und Illustratoren
12.4.-31.8.2018

Katalog


English

Gebrauchsgrafik und "graphic design" waren nicht eine Erfindung der boomenden Werbebranche zu Beginn des 20. Jahrhunderts, auch wenn aus dieser Zeit besonders viele hochwertige Künstlerentwürfe zu allen Arten von Drucksorten, wegen ihrer vermeintlichen Kurzlebigkeit auch "Ephemera" genannt, zu verzeichnen sind. Heute sind viele dieser Entwürfe für Plakate, Kataloge, Buchschmuck, Zeitungsannoncen, Einladungskarten, Künstlerpostkarten etc. viel reproduzierte Klassiker geworden. Wien, mit seiner Künstlervereinigung Secession und Künstlern wie Gustav Klimt, Kolo Moser, Josef Hoffmann oder Max Kurzweil sowie der hauseigenen Zeitschrift Ver Sacrum, war um 1900 ein Hotspot des durch Künstlerhand veredelten Gebrauchsgegenstandes, wovon auch die grafische Produktion profitierte, wurde sie doch - wenigstens aus Künstlersicht - zu einem Teil der angewandten Kunst. In Frankreich, wo die Zeitungskarrikatur mit Honoré Daumier eine einzigartige Tradition vorzuweisen hatte, führten Künstler wie Henri de Toulouse-Lautrec, Félix Vallotton oder František Kupka diese Tradition weiter. Die Illustration für Bücher mit oder ohne Text stellt einen Sonderfall zwischen Kunst "für die Ewigkeit" und Kunst für den "Tagesgebrauch" dar. Zwar gibt es Künstlerbücher, die von Anfang an nicht zum Lesen bestimmt sondern als reines Kunstobjekt konzipiert sind, aber die große Anzahl illustrierter Bücher der Jahrhundertwende und vor allem des kurz später einsetzenden Expressionismus waren Bücher mit Texten aktueller Autoren, die durch Illustrationen bekannter Künstler aufgewertet wurden und wo Leser auf  niederschwelligem Niveau mit Kunst in Berührung kamen. Bucheinbände, Vorsatzblätter oder Titelseiten waren dabei und bleiben bis heute eine besonders dankbare Fläche für eine kreative und anspruchsvolle Gestaltung durch Künstler. Besonders erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist die tschechische Buchproduktion der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts mit Einbandgestaltungen von Vlastislav Hofman, Josef Čapek, Václav Spala oder Karel Teige. Hier spalten sich allerdings die Geister: Denn nur wer den inhaltlichen Wert einer künstlerischen Idee von deren rein pekuniärem Wert zu trennen weiß, wird einer künstlerisch gelungenen gebrauchsgrafischen Arbeit echte Wertschätzung entgegenbringen können.

Zweckgebundenheit von Druckgrafik hat eine lange Geschichte und oft liegt der Reiz des Gedruckten in der Ambivalenz zwischen Höhenflug der künstlerischen Phantasie und Experimentierfreudigkeit und der Tiefe des Umfeldes, wo die Grafik ihren Landeplatz findet. Gerade auf dem Gebiet der Druckgrafik muss man sich daran erinnern, daß schon ihre anfängliche Bestimmung im Spätmittelalter praktisch immer eine außerkünstlerische war, z.B. im Falle ihres ersten Auftretens auf europäischem Boden in Form von Spielkarten oder bei den das Analphabetentum bedienenden Bilderbibeln. Die Funktion des Sprachersatzes ist der grafischen Botschaft übrigens bis heute erhalten geblieben. Auch wenn schon sehr früh hochwertige künstlerische Entwürfe mit im Spiel waren, man denke an die Narrenschiff-Illustrationen des blutjungen Dürer oder die zahlreichen Beiträge Holbeins des Jüngeren für den Basler Buchdruck, so blieb die Druckgrafik dennoch lange dem Wort untergeordnet und eroberte sich erst langsam und quasi aus dem Hinterhalt ihre eigenständige künstlerische Position, vor allem dann, wenn das Bild eine andere Sprache sprach als der Text oder der Bildkommentar weit über das Belehrende des Textes hinausging, wie das z.B. der Petrarcameister im frühen 16. Jahrhundert genial vorführte.

Die Verbreitung künstlerischer Ideen vor der Erfindung der Fotografie wäre ohne eine andere Art von Kunst, die auch heute manchmal noch - viel zu  pauschal - als "Reproduktionsgrafik" bezeichnet wird, gar nicht denkbar gewesen. Heerscharen von kleineren Künstlern waren damit beschäftigt, Entwürfe ihrer berühmten Kollegen in druckgrafische Medien wie Holzschnitt, Kupferstich oder Radierung zu übersetzen. Die Vorlagen konnten dabei vom großräumigen Fresko bis zur eigens für die Reproduktion hergestellten Zeichnung reichen und zahlreiche Stecher, die teilweise auch wirtschaftlich eng mit den Erfindern der Bildideen verbunden waren, sind durch ihre oft sehr selbstständige Bildübersetzung selbst zu Berühmtheit gelangt. So gelten z.B. viele Chiaroscuro-Holzschnitte des italienischen Manierismus nach Vorlagen von Raffael, Tizian oder Tintoretto heute als eigenständige Kunstwerke, waren aber zur Zeit ihrer Entstehung durchaus als Werbematerial zur Steigerung des Bekanntheitsgrades derer gedacht, die die Bildideen lieferten. Das wertmindernde Wort "reproduzierend" wurde dabei übrigens nie verwendet, denn in Italien benützte man eher Worte wie "contrafatto", das damals so viel wie "imitierend" oder noch besser "täuschend ähnlich" bedeutete und oft im Zusammenhang mit Porträts verwendet wurde.

"Kunst für jeden Tag" ist schließlich auch jede Art von engagierter Grafik, die sich für politische Ideen - oder gegen diese - einsetzt. Ihren ersten Höhepunkt feierte diese Kunst mit dem bildnerischen Einsatz der beiden Cranachs für die Ideen der Reformation. Der bereits erwähnte Daumier stellte durch weite Teile des 19. Jahrhunderts sein zeichnerisches Genie in den Dienst des Kommentars zu tagesaktuellen politischen und sozialen Fragen, während gleichzeitig der Rest druckgrafischer Produktion oft zum rein Illustrativen verfiel.

Für die künstlerischen Secessionsbewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts war eine hochwertige grafische Produktion, die sich als Teilgebiet der angewandten Kunst verstand, geradezu Programm, erklärte man doch z.B. im ersten Heft der Zeitschrift Ver Sacrum: "Wir kennen keine Unterscheidung zwischen »hoher Kunst« und »Kleinkunst«, zwischen Kunst für die Reichen und Kunst für die Armen. Kunst ist Allgemeingut..." 

Nicht zu unterschätzen für die Entwicklung der Gebrauchsgrafik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der künstlerische Exodus von Europa nach Amerika zur Zeit des Naziterrors. Vor allem ehemalige Künstler des Bauhauses wie Josef Albers entwickelten ihre dort begründeten Designansätze nach ihrer Emigration in die USA weiter wenn sie nicht gar wie Herbert Bayer vollends von der Werbebranche - mit sehr reizvollen Ergebnissen, die sicher auch noch Andy Warhol beeinflusst haben - vereinnahmt wurden. In der Wirtschaftwunder-Atmosphäre nach dem 2. Weltkrieg haben gewitzte Künstler mit Sinn für's Geschäft wie z.B. Picasso den Unterschied zwischen "hoher Kunst" und "Kleinkunst" sehr wohl wieder entdeckt und - auch unter bewusster Verwischung der Grenzen zwischen den beiden - quasi zum Geschäftsmodell gemacht. Während Finanzkräftige hohe Summen für Gemälde ausgeben durften, blieb für den Durchschnittsverdiener immer noch das "originallithographische" Plakat oder das Buch mit Originalgrafik. Heute sind auch diese, zur Zeit ihrer Entstehung noch erschwinglichen Drucksachen, im Nachhinein geadelt und dadurch oft zu Preziosen geworden.

Künstler: Josef Achmann, Pierre Alechinsky, Gerd Arntz, Hans Arp, Ernst Barlach, Rudolf Bauer, Herbert Bayer, Aubrey Beardsley, František Bílek, Frank Brangwyn, Georges Braque, Erich Buchholz, Josef Čapek, Oskar Dalvit, Gunter Damisch, Honoré Daumier, André Derain, Gustave Doré, Jean Dubuffet, Max Ernst, Maurits Cornelis Escher, Maurice Estève, Lyonel Feininger, Karl Anton Fleck, Alberto Giacometti, Martina Geist, Franz Gertsch, Hap Grieshaber, George Grosz, Wolfgang Hamer, Hans Hartung, Carry Hauser, Erich Heckel, Utagawa Hiroshige, Bernhard Hoetger, Josef Hoffmann, Vlastislav Hofman, Katsushika Hokusai, Ambrosius Holbein, Hans Holbein d.J., Daniel Hopfer, Hieronymus Hopfer, Arthur Illies, Oscar Jespers, Asger Jorn, Ludwig Heinrich Jungnickel, Rudolf Junk, Max Kaus, Ernst Ludwig Kirchner, Gustav Klimt, František Kobliha, Käthe Kollwitz, Jan Konůpek, Alfred Kubin, Utagawa Kunisada, František Kupka, Maximilian Kurzweil, Fernand Léger, Roy Lichtenstein, Gerhard Marcks, Frans Masereel, Joan Miró, Kolo Moser, Adriaen Muntinck, Emil Orlik, Bernhard Pankok, Max Pechstein, A. R. Penck, Mihailo S. Petrov, Daniel Pfauth, Pablo Picasso, Ferdinand Piloty, José Guadalupe Posada, Marcantonio Raimondi, Rixdorfer Künstler, Karl Rössing, Herbert Rosner, Carl Rotky, Karl Schmidt-Rottluff, Christoffel van Sichem, John Skippe, Václav Spala, Klaus Staeck, Varvara Stepanova, Curt Stoermer, Vincent Le Sueur, Karel Teige, Henri Toulouse-Lautrec, Josef Váchal, Félix Vallotton, Lynd Ward, Andy Warhol

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