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MELANGE REMIX

 

Katalog/artworks

24.10. - 24.11.2017

Eröffnung: 24. Oktober, 19 Uhr Neudeggergasse 8, 1080 Wien. Eine Kooperation zwischen Universität für angewandte Kunst Wien, Grafik│Druckgrafik und Galerie Hochdruck.

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MELANGE  ist ein Künstlerbuch, initiiert von Anya Triestram und ausgestattet mit Arbeiten von 30 KünstlerInnen – 24 Studierenden und 6 Lehrenden – der Klasse Grafik‌‌‌‌|Druckgrafik an der Universität für angewandte Kunst Wien. Für das Buch, das in einer Auflage von 120 Stück in der Schnellpresse von Thomas Siemon (carpe plumbum) in Leipzig gedruckt wurde, steuerte jeder der Beteiligten zwei auf gegenüberliegenden Seiten angeordnete Linolschnitte bei. 

MELANGE REMIX ist die begleitende Ausstellung zum Buch und dessen Weiterentwicklung in neuem Format. Dazu wurden je zwei Druckplatten auf einem Blatt zusammengefügt, in Wien von Anya Triestram, Elisabeth Öggl und Dominik Pfeffer von Hand in einer Auflage von je 3 Exemplaren gedruckt und von den KünstlerInnen signiert. Einige der im Buch ausschließlich schwarz gedruckten Platten wurden für die in der Galerie Hochdruck gezeigte Kleinedition farbig gedruckt bzw. um weitere Farbplatten ergänzt.

Beteiligte KünstlerInnen:
Assunta Abdel Azim Mohamed, Florian Appelt, Camilla Schön, Sebastian Grande, Zhanina Marinova, Matthias Neuhaus, Astrid Rothaug, Elisabeth Öggl, Gregor Fuchs, Eva Yurková, Elizaveta Kapustina, Gabriel Huth, Flora Zimmeter, Dominik Pfeffer, Lara Erel, Beáta Hechtová, Veronika Steiner, Henriette Leinfellner, Attila Piller, Tha Geiszler, Anna Hrbacova, Larissa Leverenz, Antonio Neto, Jan Svenungsson, Katya Krauchanka, Elena Apollonio, Magdalena Kreinecker, Daniel Fonatti, Luca Rubegni, Nora Eckhart, Anya Triestram

 
24 Oct. - 24 Nov. 2017

Opening: 24 October, 7pm Neudeggergasse 8, 1080 Wien.
A cooperation between the University of Applied Arts / Graphics and Printmaking and Galerie Hochdruck.

 

 

 

 

 

MELANGE is an art book initiated by Anya Triestram and containing works by thirty artists – twenty-four students and six teachers – from the Institute of  Graphics and Printmaking at the University of Applied Arts Vienna. The 120 copies of the book, printed on Thomas Siemon’s high-speed press (carpe plumbum) in Leipzig, feature two linocuts on facing pages by each of the contributors.

MELANGE REMIX is the exhibition accompanying the book, allowing the artworks to be displayed in a new and enhanced format. Two plates are combined on a single page, with three copies being printed by hand in Vienna by Anya Tristram, Elisabeth Öggl and Dominik Pfeffer and signed by the artists. Some of the plates printed exclusively in black and white in the book have been reproduced in colour or supplemented by further colour plates for the limited edition being shown at Galerie Hochdruck.

Participating artists:
Assunta Abdel Azim Mohamed, Florian Appelt, Camilla Schön, Sebastian Grande, Zhanina Marinova, Matthias Neuhaus, Astrid Rothaug, Elisabeth Öggl, Gregor Fuchs, Eva Yurková, Elizaveta Kapustina, Gabriel Huth, Flora Zimmeter, Dominik Pfeffer, Lara Erel, Beáta Hechtová, Veronika Steiner, Henriette Leinfellner, Attila Piller, Tha Geiszler, Anna Hrbacova, Larissa Leverenz, Antonio Neto, Jan Svenungsson, Katya Krauchanka, Elena Apollonio, Magdalena Kreinecker, Daniel Fonatti, Luca Rubegni, Nora Eckhart, Anya Triestram

 
 
 
Zwischen Metropolis und Arkadien
Orte zwischen Traum und Realität 1850-1950
22.9. - 22.12.2017


Eröffnung: 22. September, 19 Uhr
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Die Romantik kannte Orte der Sehnsucht, erträumte Landidyllen, aber auch ideale Städte, wie sie z.B. im Werk Adalbert Stifters beschrieben werden. Im fortgeschrittenen 19. Jahrhundert führte die zunehmende Industrialisierung zu einer Verarmung der Landbevölkerung und in der Folge zur ersten großen Landfluchtbewegung. Das Anwachsen der Großstädte lässt neben dem wohlhabenden Bürgertum ein Lumpenproletariat entstehen. Kunst und Literatur reagieren auf die neuen Lebensumstände, die in Form der künstlerischen Bohème - die Not zur Tugend machend - auch gefeiert werden. Allerdings erleben zahlreiche Künstler, vor allem jene, die nach 1900 aus ländlichen Gebieten in die explosionsartig anwachsenden Städte ziehen, auch eine Art Schock und reagieren auf sehr unterschiedliche Weise.

Der Schriftsteller Alfred Döblin und der Maler und Zeichner George Grosz sind die bitterbösen Chronisten der von Korruption und Exaltiertheit brodelnden 4-Millionenstadt Berlin während der zwanziger Jahre, das letzterer hämisch "unser beschmiertes Paradies" nennt. Die Futuristen finden schon zu einer Zeit, als Grosz noch expressiv-realistisch zeichnet, teils in Herwart Waldens Sturm-Galerie ein Dach, um ihre im Amalgam zwischen Kubismus, Kinetismus und Dada angesiedelten Technologie- und Untergangsfantasien zu feiern. Der Russe Kasimir Malewitsch hält in seiner programmatischen Schrift "Die gegenstandslose Welt" fest, ein Künstler, der in der Stadt lebe, müsse zwangsläufig Themen der Technik aufgreifen, während ein Künstler am Land eben immer Kühe male. Malewitsch geht sogar so weit zu behaupten, daß der Künstler der Kühe in der Stadt unglücklich werden müsse, was es zu verhindern gelte. Die Brücke-Künstler, die aus dem eher beschaulichen Dresden nach Berlin übersiedelt waren, entwickeln einen eigenen Großstadtstil, bevor der Ausbruch des ersten Weltkrieges alles durcheinanderwirbelt. Ernst Ludwig Kirchner setzt sich in die Schweizer Alpen ab, um fortan hier sein Umfeld zu verewigen. Schon zuvor hatten die Münchner 'Neo-Romantiker' des "Blauen Reiter" Franz Marc und August Macke,  bevor sie ins Feld zogen um dort jung zu sterben, eine mehr der Utopie als der Realität geschuldete Vision der Natur zum Thema ihrer Bilder gemacht.

In der sich auch über das Ende des Krieges ausdehnenden Zeit des deutschen (und seiner Spielart des österreichischen) Expressionismus bleibt die Großstadt und ihre zunehmende Dekadenz während der Weltwirtschaftskrise ein Hauptthema. In Amerika wird die politisch dunkle Zeit der Prohibition während der zwanziger und dreißiger Jahre Thema des städtischen Expressionismus. Im Gegensatz dazu ist die künstlerische Darstellung expressiver und utopisch erträumter Landschaften als Rückzugsgebiet für den sowohl finanziell als auch geistig ausgebluteten Großstadtmenschen nicht nur für die Zwischenkriegszeit symptomatisch. Einige Künstler, allen voran Paul Gauguin, hatten noch vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges ihre Heimatstädte verlassen und als Ausdruck von Zivilisationsmüdigkeit ihr Glück im fernen Süden gesucht. Sie hielten ihre auf die Zurückgebliebenen exotisch wirkenden Eindrücke von fremden Völkern, Landschaften und Tieren in teils realistischer, öfter aber noch in expressiv bis surrealistisch überhöhter Weise fest.

Nach 1918 konnte die Beschäftigung mit Landschaft Ausdruck für Resignation oder auch Neuaufbruch sein. Im Laufe der zwanziger Jahre erfahren dann im Zuge der "Neuen Sachlichkeit" sowohl Stadt- als auch Landschaftsvision bei manchen Künstlern wie Georg Schrimpf oder Gerd Arntz eine Läuterung, fast bis zur Geometrisierung, wobei der Mensch zuerst zum Piktogramm mutiert um dann ganz zu verschwinden. Dies kann mit trockener Ironie oder großem Ernst verbunden sein. Mit Anbruch der Naziherrschaft wird jeglicher Expressionismus a priori mit dem Stempel "entartet" versehen. Doch noch während der alles verschlingenden Katastrophe des 2. Weltkrieges betreiben einige der "entarteten" Künstler, die das Exil im Heimatland der Auswanderung vorzogen, expressive Landschaftsdarstellung als eine Art von Eskapismus, und ein paar Schüler der ersten Expressionisten-Generation bieten Anfang der fünfziger Jahre als Landschaftsgestalter und missachtete Vertreter der Figuration der nun alles beherrschenden abstrakten Kunst von resigniert bis trotzig die Stirn.

Between Metropolis and Arcadia
Places between dream and reality 1850-1950

The Romantic period was one of sentimentality, dreamy rural idylls but also ideal cities, as described in the work of Adalbert Stifter, for example. In the late nineteenth century, increasing industrialisation led to the impoverishment of the rural population and to the first major migration away from the countryside as a result. The growth of the cities gave rise to both a wealthy bourgeoisie and a lumpenproletariat. Art and literature reacted to the new living conditions, which were also celebrated – making a virtue out of necessity – in the form of an artistic bohemia. At the same time, many artists, particularly those who moved after 1900 from rural areas to the rapidly growing cities, experienced a form of shock to which they reacted in very different ways.

The writer Alfred Döblin and the painter and illustrator George Grosz were bitter chroniclers of Berlin during the 1920s with its four million inhabitants, a city seething with corruption and excitement. Grosz even described it sardonically as “our besmirched paradise”. At a time when Grosz was still drawing in the expressive realist style, the Futurists had already found a home in Herwart Walden’s Sturm-Galerie, where they could celebrate their technology and doom fantasies in a style combining Cubism, Kineticism and Dada. In his manifesto The Non-Objective World,the Russian Kasimir Malevich states that an artist who lives in the city must inevitably address technological themes, while an artist in the country will continue to paint cows. He even goes as far as to say that the cow artist would be unhappy in the city, which should be prevented. The Brücke artists, who had moved to Berlin from the more tranquil Dresden, developed their own urban style, before the outbreak of the First World War churned everything up. Ernst Ludwig Kirchner settled in the Swiss Alps, henceforth painting his surroundings. Earlier in the century the Munich neo-romantics Franz Marc and August Macke of the Blauer Reiter group depicted a vision of nature that was more utopian than realistic, before they were called up to fight – and die all too young – in the war.

After the war, the city and its increasing decadence during the world economic crisis remained a major theme in German Expressionism (and in its own way in the Austrian version). In the USA, the politically dark period of prohibition during the 1920s and 1930s was a subject of urban Expressionism. By contrast, the artistic portrayal of expressive and utopian landscapes as an escape for the financially and intellectually impoverished city dweller was symptomatic not only of the inter-war years. Even before the outbreak of the First World War, some artists, starting with Paul Gauguin, had left their homelands in an expression of their weariness with civilisation to seek their happiness in the distant south. They captured their impressions of foreign peoples, landscapes and animals in a realistic but also frequently exaggerated expressive or surrealistic style in a manner that appeared exotic to those left behind.

After 1918, a focus on landscapes was also sometimes an expression of resignation or hope for the future. In the trend towards New Objectivity during the 1920s, both urban and rural visions experienced a purification to the point of consisting of geometric forms, as seen in the works of artists like Georg Schrimpf or Gerd Arntz, in which humans were reduced to pictograms before disappearing altogether. This was done sometimes with dry irony and sometimes in great seriousness. When the Nazis came to power, all forms of Expressionism were labelled a priori “degenerate”. But during the all-consuming disaster of the Second World War some of the “degenerate” artists, who preferred exile in their own country to emigration, continued to paint expressive landscapes as a form of escapism, and in the early 1950s a few of the students of the first Expressionist generation turned their back in defiance or resignation on the all-conquering abstract art, portraying landscapes and remaining as disdained representatives of figurative art.

   
   
Galerie Hochdruck ! 5 Years ! Original Prints 1488 - 2016 6.4. - 11.8.2017

Eröffnung: 6. April, 19 Uhr
English
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Die Galerie Hochdruck, die einzige auf Druckgrafik spezialisierte Galerie in Wien, zeigt aus Anlass ihres fünfjährigen Bestehens Höhepunkte aus den letzten 18 Ausstellungen. Hierunter fanden sich Präsentationen mit Schwerpunkt auf kunstgeschichtlichen Kategorien wie z.B. Jugendstil, Expressionismus, Surrealismus oder Japonismus, mit einzelnen, das Thema Druckgrafik im Besonderen umkreisenden Schwerpunkten wie z.B. Serialität (Serial! Graphikzyklen von Orlik bis Uecker) oder Funktionen der Druckgrafik im  Wechsel der Zeit ("Bon à tirer. Zierde, Botschaft, Experiment - Die vielfältigen Aufgaben der Druckgrafik"), aber auch Einzelpräsentationen sowohl arrivierter Künstler mit Museumspräsenz (Linde Waber, Franz Terber), als auch am Anfang ihrer Karriere stehender Künstler (Alistair Fuller, Joachim Keller, António Neto, Daniel Pfauth, Louis Szapary) mit dem eigenen Format der "Wunderkammer" im Kellergeschoss der Galerie. Kern eines besonderen, sich über eineinhalb Jahre hinziehenden Projektes plus Ausstellung und eigenem Katalog war die Auseinandersetzung der Studierenden der Klasse Grafik/Druckgrafik an der Universität für angewandte Kunst mit Altmeisterblättern aus dem Bestand der Galerie Hochdruck. Im Zuge der Retrospektive "5 Years" werden den Besuchern auch alle Texte, die zu den einzelnen Ausstellungen in Katalogen, Fachzeitschriften oder auf der Website der Galerie veröffentlicht wurden, konzentriert zugänglich gemacht.

Hier kommen Sie zu den einzelnen Ausstellungsseiten:

1. Von der Dekoration zur Expression. Holz- und Linolschnitte zwischen Jugendstil und (abstraktem) Expressionismus.

2. Serial! - Grafikzyklen von Orlik bis Uecker

3. Vom Bildnis zum Sinnbild - Menschenbilder im Spiegel von 7 Jahrhunderten Holzschnitt

4. In Motion - dance, drive, speed, turbulence in print

5. Linde Waber "Auf Reisen" - Frankreich, Brasilien, Japan, Afrika, Oman - Farbholzschnitte und Druckstöcke 1965 - 1990

6. Old Masters - Young Masters

7. Promenade d'un trait blanc - 100 Jahre Abstraktion. Grafik, Bücher, Zeitschriften

Wunderkammer I: Klaus Joachim Keller "kakafari"

Wunderkammer II: "As far as anyone knows we're a nice normal family" - Alistair Fuller Photography

8. Symbolismus - Surrealismus

Wunderkammer III: Franz Terber - Zeichnungen, Aquarelle, Collagen

9. Schwarz - Weiss, Holzschnitte des Expressionismus

Wunderkammer IV: Louis Szapary - Die 7 Todsünden

10. Daniel Pfauth Prints

11. Druckgrafik des Japonismus

12. Bon à tirer. Zierde, Botschaft, Experiment - Die vielfältigen Aufgaben der Druckgrafik

13. Mythen, Märchen & Geschichten. Druckgrafik und illustrierte Bücher zu Gilgamesch bis Pokémon

Wunderkammer V: António Neto: Das jämmerliche Wesen Furcht - Farbtuschezeichnungen über Druckgrafik


 

Galerie Hochdruck ! 5 Years ! Original Prints 1488 – 2016

Opening: 6 April, 7 pm

To celebrate five years since its foundation, the Galerie Hochdruck – Vienna’s only gallery specializing in original prints – is showing highlights from its last eighteen exhibitions. While some of these focused on artistic movements such as Art Nouveau, Expressionism, Surrealism or Japonisme, others were devoted to themes with a particular relevance to printmaking such as seriality ( “Serial! Print cycles from Orlik to Uecker”) or the functions of prints through the ages ("Bon à tirer. Ornament, Message, Experiment - The manifold tasks of printmaking"); in addition, there have been solo exhibitions, devoted not only to established artists already represented in museums (Linde Waber, Franz Terber) but also to printmakers still at the beginning of their careers (Alistair Fuller, Joachim Keller, António Neto, Daniel Pfauth, Louis Szapary), whose work has been shown in the special format of the “Wunderkammer” on the basement floor of the gallery. One very special project centred around a process in which students of the class for Graphics and Printmaking at Vienna’s University of Applied Arts interacted creatively with Old Master prints from the Galerie Hochdruck’s own holdings; the project lasted for over eighteen months and had its own exhibition and catalogue.

During the “5 Years” retrospective, visitors will also be able to consult, gathered together in concentrated form, all the texts on the individual exhibitions that were published in catalogues or journals or on the gallery website.

6.4. - 11.8.2017