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André Masson und sein grafisches Universum
12.12.2023-21.3.2024

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Katalog

Ausstellungsdauer: 12.12.2023 – 21.3.2024
Eröffnung: Dienstag, 12.12.2023, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Di-Fr 11-18 Uhr, Mo/Sa nach Vereinbarung
Ort: Galerie Hochdruck, Friedmanngasse 12/5, 1160 Wien
Web: https://www.galeriehochdruck.com/news.html
Email: contact@galeriehochdruck.com
Phone: +43 699 11506010

 

Der französische Maler, Grafiker, Dichter und Essayist André Masson (1896-1987) gehörte mit Max Ernst, Joan Miró und Alberto Giacometti zu den frühesten Verfechtern des malerischen Surrealismus („avant la lettre“, wie er später schrieb), der mit dem 1924 von André Breton veröffentlichten erstem Manifest des Surrealismus anfangs auf die literarische Ebene beschränkt blieb. Zu Massons engstem Freundeskreis in dieser Zeit zählten aber vor allem Dichter. Gertrud Stein und Ernest Hemingway waren die ersten Käufer seiner Bilder. 1941 floh er vor dem Krieg über Martinique (das 1948 Gegenstand eines eigenen Buches werden sollte) in die USA, wo er nicht nur weiter ausstellte sondern dabei auch zu einer wichtigen Inspirationsquelle für den dort entstehenden abstrakten Expressionismus wurde. In Hinblick auf seine druckgrafische Produktion erwies sich die Begegnung mit Stanley William Hayter in dessen Atelier 17 in New York als besonders fruchtbar. Ende 1945 nach Frankreich zurückgekehrt – und längst in kritischer Distanz zum Surrealismus in der engen Auslegung seines Erfinders André Breton – erfand sich Masson immer wieder neu, ab den 1950er Jahren wurde er dazu erheblich von der Malerei des Fernen Ostens beeinflusst. In jeder Schaffensperiode äußerste sich Masson außerdem in ebenso prägnanter wie poetischer Weise schriftlich zu Kunst und Künstlern, wobei der Bogen von der Antike bis zu seiner jeweiligen Gegenwart reichte.

Wenn wir im Titel unserer Ausstellung auf Massons „grafisches Universum“ anspielen, dann meinen wir „grafisch“ nicht nur im gebräuchlichen bildnerischen Sinne sondern auch in der ursprünglichen Bedeutung des griechischen Wortes „graphein“ (=schreiben). Masson war nicht nur ein bedeutender Grafiker, sondern auch ein profunder Kenner der Kunstgeschichte und vermochte wie kein zweiter kunsttheoretische Erkenntnisse und persönliche Erfahrungen in sehr poetischer und origineller Weise zu amalgamieren und dem Leser seiner zahlreichen Essays näher zu bringen. Besonders aufschlussreich sind dabei die Kommentare zu Künstlern, die er besonders hoch einschätzte und/oder die seine Lebenswege auf die eine oder andere Weise kreuzten. So war Joan Miró ab den frühen 1920er Jahren sein Pariser Ateliernachbar, woraus sich eine lebenslange Freundschaft entwickelte. Besonders das Atelier Massons wurde zu einem „hot spot“ der Bohème inklusive der Literaten- und wachsenden Surrealistenszene, worüber Masson in seiner späteren Schilderung  „45, Rue Blomet“ ein anschauliches Bild gibt. „Durch einen Niederschlag, den man die Luft der Zeit nennt, wurde mein Atelier zu einem Treffpunkt. [...] In diesem Atelier herrschte ein Kommen und Gehen wie in einer Mühle.“ schreibt Masson und erwähnt neben seinem Hausgenossen Miró die mehr oder minder turbulenten Besuche von Jean Dubuffet, Georges Limbour, Antonin Artaud, Michel Leiris, André Breton, Marcel Jouhandeau, Max Jacob, André Beaudin, Ernest Hemingway, Jacques Doucet, Roger Vitrac, Louis Aragon, Robert Desnos, Raymond Queneau, Georges Bataille und Paul Eluard („Ganz offenbar war für Joan wie für mich die Dichtung im weitesten Sinne von kapitaler Bedeutung“). Hier liegen die Wurzeln Massons als Dichter-Maler („peintre-poète“), als der er sich zeitlebens selbst sah. 

Nachdem sich Masson vom harten Kern der Surrealisten um André Breton, der nach Massons Ansicht durch seine doktrinäre Attitude mit der Zeit einen neuen „Akademismus“ in die Bewegung brachte, distanziert hatte, wurde Henri Matisse für Masson in Südfrankreich eine Art väterlicher Freund. „Oh, der Mann war beeindruckend! [...] Matisse hat meinem Leben Gewicht gegeben“, schreibt Masson in Rückblick auf seine Gespräche mit dem bewunderten Künstler in 1932/33. Durch ihn gewinnt er auch die Überzeugung, dass ein „ursprünglich nach der Natur gemaltes Bild in eine zweite Bewegung und ins Metaphorische – sagen wir es mit einem Wort – in Poesie“ übergehen müsse. Neben Henri Matisse widmet Masson den Malern und Grafikern Honoré Daumier, Camille Corot, Paul Klee, Claude Monet, Paul Cézanne, Alberto Giacometti, Nicolas Poussin, Eugène Delacroix, Odilon Redon, Rembrandt, Herkules Seghers, Hieronymus Bosch, Pierre Klossowski und Victor Hugo eigene Aufsätze.

Wir schätzen uns glücklich, dass wir aus dem Nachlass des bedeutenden Sammlers (und Autors eines Standardwerkes über die Druckgrafik André Massons) Roger Passeron ein Konvolut einzigartiger (zum Teil mit der Hand überarbeiteter und mit Massons Anmerkungen versehener) Probedrucke von Radierungen und Lithographien erwerben konnten. Wir zeigen diese zusammen mit Druckgrafik einiger derjenigen Künstler, die Masson besonders bewundert oder – im Gegensatz dazu – kritisch beäugt hat. Begleitet wird die Ausstellung mit dazu passenden Zitaten aus Massons deutscher Ausgabe gesammelter Schriften.

Barbara Sietz schreibt in der Einleitung zum zweiten Band von Massons Schriften: „Masson ist durchaus aus dem verlöschenden Geschlecht der poètes maudits. Im Kunst- und Medienbetrieb, d.h. in der Ordnung der Repräsentation, ist er nicht gut und nicht schlecht vorhanden – sie fliehen ihn.  Er ist nicht griffig in seiner sich ständig wandelnden Komplexität. [...] Rebellion durchzieht sein Leben, seine Kunst, sein gesamtes Œuvre.“

Masson wehrt sich 1958 in einem Anflug von Pessimismus, der für einen Moment seine sonst feine Ironie verdunkelt, in ungewohnt deutlichen Worten gegen den Herdengeist:  „Der moderne Mensch hat einen kranken Geist: Er heiligt das Profane – sucht verschämt nach Ersatzformen für die Religion – und, sofern er Platz in einer militarisierten Herde gefunden hat, verschreibt sich mit Leib und Seele dem Anführer, der ihm eine lächerliche Moral mit dem Knüppel einbläut. Diesem allgemeinen Sich-Preisgeben widersetzen sich einige. Bewundernswerte Ausnahmeerscheinungen.“

Es tut gut, dem „allgemeinen Sich-Preisgeben“ die Werke und Gedanken einer außergewöhnlichen Persönlichkeit wie André Masson entgegenzusetzen.



Künstler außer Masson in dieser Ausstellung: John Baptist Jackson (after Tintoretto), William Hogarth, Francisco Goya, Honoré Daumier, Camille Corot, Edouard Manet, Paul Gauguin, Odilon Redon, Pablo Picasso, Henri Matisse, Stanley William Hayter, Alberto Giacometti, Joan Miró, Salvador Dalí

André Masson and His Graphic Universe
12.12.2023-21.3.2024

GE

catalogue

Duration of exhibition: 12 December 2023 – 21 March 2024
Opening: Tuesday, 12 December 2023, 7 p.m.
Opening hours: Tue - Fri 11 a.m. - 6 p.m., Mon/Sat by appointment
Location: Galerie Hochdruck, Friedmanngasse 12/5, 1160 Vienna
Web: https://www.galeriehochdruck.com/news_en.html
Email: contact@galeriehochdruck.com
Phone: +43 699 11506010

 

Along with Max Ernst, Joan Miró and Alberto Giacometti, the French painter, printmaker, poet and essayist André Masson (1896–1987) was one of the earliest advocates of painterly Surrealism (avant la lettre, as he later wrote). In the First Manifesto of Surrealism published by André Breton in 1924 the movement was initially limited to literature, and Masson's closest friends at this time were in fact mainly writers. Gertrud Stein and Ernest Hemingway were the first to buy his paintings. In 1941 he escaped the war via Martinique (which he wrote about in 1948) to the USA, where he not only continued to exhibit but also developed into a major source of inspiration for the Abstract Expressionism movement there. His encounter with Stanley William Hayter at the latter's Atelier 17 in New York had a marked influence on his print production. When he returned to France at the end of 1945 – having long since distanced himself from Surrealism in the narrow interpretation of its inventor André Breton – Masson repeatedly reinvented himself, and from the 1950s onwards he was heavily influenced by the painting of the Far East. In each creative period, Masson also wrote concisely and poetically about art and artists, from Antiquity to the present day.

In our exhibition title, we allude to Masson’s “graphic universe”, not only in the usual pictorial sense, but also in the original meaning of the Greek word graphein (= writing). Masson was not only an important graphic artist but also a profound connoisseur of art history, unrivalled in his ability to amalgamate art theory and personal experience in a highly poetic and original way and communicate them to the readers of his numerous essays. The comments on artists whom he held in particularly high regard and/or who crossed his path in one way or another are especially instructive. Joan Miró had the studio next door to him in Paris from the early 1920s, from which a lifelong friendship developed. Masson’s studio developed into a meeting place for Bohemians, including the literary and growing Surrealist scene, which Masson describes vividly in his later account 45, Rue Blomet. “Due to some alchemical accident that you might call l’air du temps, my studio became the headquarters not of an organization, but of a crucible of friends, ” he wrote. He mentioned not only his neighbour Miró but also the more or less turbulent visits by Jean Dubuffet, Georges Limbour, Antonin Artaud, Michel Leiris, André Breton, Marcel Jouhandeau, Max Jacob, André Beaudin, Ernest Hemingway, Jacques Doucet, Roger Vitrac, Louis Aragon, Robert Desnos, Raymond Queneau, Georges Bataille and Paul Eluard (“Evidently, poetry in the widest sense was of capital significance both for Joan and myself”.) This is where Masson’s roots as a painter-poet (peintre-poète ), as he saw himself throughout his life, can be found.

After Masson had distanced himself from the hard core Surrealists around André Breton, who, in Masson’s opinion, was gradually introducing a new “academicism” into the movement as a result of his doctrinaire attitude, Henri Matisse became a kind of father figure for Masson in the south of France. “This man was impressive! [...] Matisse gave weight to my life,” Masson wrote later, reminiscing on his conversations with the admired artist in 1932/33. Through him, he also gained the conviction that a “picture originally painted according to nature” should be transformed “into a second movement and into a metaphor – in a word, into poetry”. Masson wrote essays not only about Henri Matisse but also about the painters and graphic artists Honoré Daumier, Camille Corot, Paul Klee, Claude Monet, Paul Cézanne, Alberto Giacometti, Nicolas Poussin, Eugène Delacroix, Odilon Redon, Rembrandt, Herkules Seghers, Hieronymus Bosch, Pierre Klossowski and Victor Hugo.

We consider ourselves fortunate to have been able to acquire from the estate of Roger Passeron, a distinguished collector and author of a standard work on André Masson’s prints, a set of unique proofs of etchings and lithographs, some of which have been reworked by hand and annotated by Masson. We are showing them together with prints by some of the artists that Masson particularly admired – or alternatively was critical of. The exhibition is accompanied by apposite quotations from the German edition of Masson’s collected writings.

Barbara Sietz writes in the introduction to the second volume of Masson’s writings: “Masson is definitely one of the dying breed of poètes maudits. In the art and media business, in other words in the system of representation, he is not present either in a good or a bad way – they flee him. His constantly changing complexity is not easy to grasp. [...] Rebellion pervades his life, his art, his entire œuvre.”

In 1958, in a fit of pessimism that for a moment obscures his otherwise subtle irony, Masson reacted in unusually explicit terms to the herd mentality:  “Modern man has a sick mind: he worships the profane – looking shamefacedly for substitutes for religion – and, if he has found a place in some militarized herd, he devotes himself body and soul to the leader, who bludgeons him with a ridiculous morality. There are a few people who resist this general self-surrender. Admirable exceptions.”

It is good to counter the “general self-surrender” with the works and thoughts of an extraordinary personality like André Masson.

Artists other than Masson in this exhibition: John Baptist Jackson (after Tintoretto), William Hogarth, Francisco Goya, Honoré Daumier, Camille Corot, Edouard Manet, Paul Gauguin, Odilon Redon, Pablo Picasso, Henri Matisse, Stanley William Hayter, Alberto Giacometti, Joan Miró, Salvador Dalí

 

 

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Preis/
price

EUR

Alle Zitate in dieser Ausstellung stammen von André Masson, so nicht explizit anders angegeben. Als Basis dienten die jeweiligen deutschen Übersetzungen (in alter Rechtschreibung) aus seinen „Gesammelten Schriften“ (GS) 1 und 2, erschienen bei Matthes & Seitz, Berlin 1990 und 2005

All quotations in this exhibition are from André Masson, unless explicitly stated otherwise. The respective German translations from his "Gesammelte Schriften" (GS) 1 and 2, published by Matthes & Seitz, Berlin 1990 and 2005, served as a basis.

1

André Masson

Le misanthrope (Autoportrait) 1945
Radierung und Aquatinta auf Velinpapier, 22,2 x 17,7 cm (Platte), 32 x 25 cm (Blatt). Künstlerexemplar vor der Auflage von 40 Exemplaren. Mit Bleistift signiert und bezeichnet E.A. Referenz: Saphire, Nr. 96; Passeron 1973, S. 172 (dort datiert 1943)

The misanthrope 1945
Etching and aquatint on wove paper, 22.2 x 17.7 cm (plate), 32 x 25 cm (sheet). Artist's proof before the edition of 40 copies. Signed and inscribed E.A. (épreuve d'artiste) in pencil. Reference: Saphire, no. 96; Passeron 1973, p. 172 (dated 1943)


450

Kunst findet ihren Ursprung in der Unzufriedenheit mit dem Leben. Es ist ein offener oder verborgener Aufstand gegen gesellschaftliche Konventionen und durch Gesetz oder Brauch festgelegte Routine, ebenso wie gegen die monotonen Aspekte der Natur. Aber eine solche Revolte gegen das Leben als solches und die alltägliche Banalität ist auch eine Rechtfertigung für ein Leben voller tiefgründiger Gedanken und ein Loblied auf die Naturkräfte. Der Künstler muß das Universum immer neu gestalten oder, wenn Sie so wollen, sein eigenes schaffen. ("Die Situation des Künstlers", GS 1, S. 243)

Es (gibt) nichts Ungeheuerliches für den, der seinen Pinsel eintaucht in den Aufruhr und die Entfesselung, ins Lebendige der zitternden Luft, ins Herz des Sturms, in den bewegten Fluß und in die Glut der Sonne. Aber ich will die Sache auf sich beruhen lassen. Geneigter Leser, du könntest irrtümlich glauben, daß ich mich anschicke, anläßlich der Ungeheuer dem Aufleben des Hedonismus oder der Bekräftigung der allgemein gebilligten Häßlichkeit das Wort zu reden... In dieser prekären Situation rufe ich Delacroix zu Hilfe. Sagte dieser nicht: «Das unübertrefflich Häßliche, das sind die Konventionen»? ("Bewegung und Verwandlung", GS 1, S. 271)

Hymne
Die Verschmelzung mit dem Universum ist möglich,
Wenn die Metamorphose das tiefe Ich
In die Abgünde des Keimens taucht,
Wenn jeder gewölbte Raum, Stern im Flor oder Sturm
Dich zurückführt ins Herz der Welt, ins schwarze Zentrum,
Das Gerüst der Erde ist deine Architektur,
Liebe und Zorn, die gepaarten Skorpione,
Die Augen des Himmels dein fester Blick:
Doppelter Spiegel, herrschend an der Peripherie
Des Rings des verlorenen und wiedergefundenen Lebens.
(GS 2, S. 12)

 

2

Honoré Daumier

Mr. D'Argo.. 1833
Lithographie auf weichemVelinpapier ("sur blanc"), 28,5 cm x 18,4 cm (Stein). Aus der Serie "Célébrités de la Caricature". Im Stein signiert h. Daumier. Erschienen in La Caricature (Journal) N° 140. / Pl. 292. am 11.07.1833. Mit typographischer Bezeichnung am Unterrand "Chez Aubert, garie (sic!) véro dodat." und "L.de Becquet, rue furstemberg 6." Referenz: Delteil 62; Daumier Register 62. Provenienz: Ex Sammlung Pieter Willem van Doorne (Lugt 4731) mit dem Stempel vD verso.

Der dritte Teil (der Serie "Célébrités de la Caricature"), der 1833 in La Caricature erschien, zeigte 18 verschiedene Portraits in voller Größe. Während die früheren Darstellungen von der Form her eher Vignetten entsprachen, zeigte Daumier nunmehr seine Politiker in voller Darstellung, einschließlich ihrer teilweise etwas ungewöhnlichen Kleidung. Gelegentlich überzeichnete er absichtlich die “theatralische“ Art der Selbstdarstellung, um die menschlichen Qualitäten des “Opfers“ besser darstellen zu können. [...] D'ARGOUT (1782-1858) war Minister und Gouverneur der Bank von Frankreich. Wegen seiner großen Nase war er ein beliebtes Opfer der Karikaturisten. In seine Zeit als Innenminister fielen die Seidenweber-Aufstände in Lyon, für deren brutale Niederschlagung er verantwortlich war. [...] (Unter) Louis-Philippe (wurde) er zum Marineminister ernannt [...] Im Jahre 1831 wurde er Handelsminister, Minister für öffentliche Arbeiten und Kulturminister. Von 1832 bis 1834 fungierte er als Innenminister und übernahm nach 2 Jahren als Gouverneur der Nationalbank 1836 das Finanzministerium. 1852 [...] wurde (er) zum Senator und Gouverneur der Bank von Frankreich auf Lebenszeit ernannt. (zit. nach: https://www.daumier-register.org/werkview.php?key=62)

Lithograph on soft wove paper ("sur blanc"), 28.5 cm x 18.4 cm (stone). From the series "Célébrités de la Caricature". Signed in the stone h. Daumier. Published in "La Caricature" (Journal) N° 140 / Pl. 292 on 11 July 1833. With typographic inscription in lower margin "Chez Aubert, garie (sic!) véro dodat." and "L.de Becquet, rue furstemberg 6." Reference: Delteil 62; Daumier Register 62. Provenance: Ex Pieter Willem van Doorne Collection (Lugt 4731) with the stamp vD verso.

300

(Es) ist behauptet worden, die schonungsloseste Karikatur, wenn sie das Werk eines Daumier ist, verleihe ihren Opfern doch einen Nimbus. ("War Braque zu sinnlich?", GS 1, S. 115)


 

3

Honoré Daumier

Membres des la société du dix Décembre, dans l'exercice de leurs philantropiques fonctions. (Mitglieder der Hilfsorganisation des zehnten Dezember bei der Ausübung ihrer philanthropischen Pflichten.) 1850
Lithographie auf Velinpapier ("sur blanc"), 19,7 x 25,3 cm (Stein), cm (Blatt). Erschienen in "Le Charivari" im Rahmen der Serie "Actualités" am 1.10.1850. Recto mit dem Zensurstempel links unten. Referenz: Delteil 2031, Daumier Register 2031 Provenienz: Sammlung S. Vouay mit dem Sammlerstempel recto rechts unten (Lugt 2373c), Sammlung Roger Passeron mit dem Sammlerstempel verso rechts unten (Lugt 4096).

Unter Louis-Napoléon wurde eine Schlägergruppe gegründet mit dem Ziel der Einschüchterung des Bürgertums. Ratapoil ist der fiktive Anführer dieser Gruppe (Anm: Zu den Attributen der von Daumier erfundenen metaphorischen Figur "Rat-à-poil", was so viel wie haarige Ratte bedeutet, gehörten zotteliger Bart und Schlagstock). Die wirkliche Truppe gehört zur "Société de Secours du 10 Décembre" und war im Oktober 1849 zur Unterstützung von Louis-Napoléon durch Abatucci gegründet worden. Sie wurde im Dezember 1850 aufgelöst. Diese Schlägergruppen von Bonaparte präparierten das Terrain vor den Wahlen auf brutalste Art und bereiteten so den Staatsstreich von 1852 (recte: Dezember 1851) vor (Zitiert nach https://www.daumier-register.org/hintergrundlist_popup.php?key_m=2031). Man hat zeitweise in der zu Boden geknüppelten Person Daumier selbst erblickt. Unter Louis-Napoléon wurde u.a. Victor Hugo ins zwanzigjährige Exil gezwungen.

Members of the Ten December Society, in the exercise of their philanthropic functions 1850
Lithograph on wove paper ("sur blanc"), 19.7 x 25.3 cm (stone), cm (sheet). Published in "Le Charivari" as part of the "Actualités" series on 1 October 1850. Recto with censor's stamp lower left. Reference: Delteil 2031, Daumier Register 2031 Provenance: S. Vouay Collection with the collector's stamp recto lower right (Lugt 2373c), Roger Passeron Collection with the collector's stamp verso lower right (Lugt 4096).

sold

3-5  In seinem Art Romantique drückt (Baudelaire) sich in Bezug auf Daumier folgendermaßen aus: »Das Genie des Malers der Sitten ist das Genie einer Mischnatur, d.h. hierin ist ein gut Teil literarischer Geist.« [...] Aber uns genügt es, daß Daumier auch ein großer Maler ist. [...] Man könnte endlos über die Ähnlichkeit diskutieren, die zwischen dem Werk Daumiers und demjenigen Hogarths und Goyas entdeckt werden kann, doch wichtiger wäre, sich darüber klar zu werden, was ihn von diesen beiden großen Künstlern unterscheidet. Der Engländer ist ein unerbittlicher Moralist; im Schauspiel der Straße wie dem des privaten Lebens findet er nur Stoff für seine Mitleidlosigkeit. Sein Humor ist von der schwärzesten Sorte, darin ein Bruder Swifts. Der Spanier wiederum besitzt eine funkelnde Grausamkeit, er moralisiert nicht. Als Matador der Lüge und der Eitelkeit hat er nur die Estocade (Anm: der Todesstoß im Stierkampf) im Sinn. Der Franzose verhält sich anders, er läßt sich rühren er glaubt an die Fähigkeit des Menschen, sich zu bessern... [...]

(Es) wäre ungerecht, wollte man verkennen, daß seine größten Talente sich auch in seinen alltäglichen »Lithosteinen« wiederfinden. Sehr oft zeigt sich in ihnen sein fiebriger Strich, der lebhaft bewegte und wie verklärte Figuren in den Raum projiziert. Die Brüder Goncourt haben in ihrem Journal sehr richtig notiert, daß bei »Daumier die bürgerliche Wirklichkeit manchmal eine solche Intensität erlangt, daß sie ins Phantastische übergeht.« ("Über Daumier", GS 2, S. 124)





 

3a
neu

Honoré Daumier

Paris - Bal de L'Opéra - Tu t'amuses trop! (Paris - Am Opernball - Zuviel des Amüsements!) 1868
Holzstich auf Zeitungspapier, 15,8 x 22,5 cm (Stock). Mit der Signatur des Holzscheiders Étienne links unten im Stock. Erschienen in "Le monde illustré" am 22.2.1868. Laut Lilian und Dieter Noack, den Schreibern des großartigen Online-Werkverzeichnisses "Daumier Register", wurden die Zeichnungen von Daumier direkt auf den Holzstock aufgebracht und dann von professionellen Holzschneidern ausgeschnitten. Für das vorliegende Motiv ist eine Originalzeichnung Daumiers auf einem Holzstock erhalten, der schließlich nicht zum Drucken benutzt werden konnte. Referenz: Daumier Register 6029. Zur Entstehung des Holzstockes siehe auch:
https://www.daumier.org/2008/07/03/entdeckung-einer-daumier-zeichnung-auf-holz-aus-dem-jahr-1868/

Paris - At the Opera Ball - Too much amusement! 1868
Wood engraving on newsprint, 15.8 x 22.5 cm (block). With the signature of the woodcutter Étienne in the lower left of the block.Published in "Le monde illustré" on 22.2.1868. According to Lilian and Dieter Noack, the authors of the great online catalogue raisonné "Daumier Register", Daumier's drawings were applied directly to the woodblock and then cut out by professional woodcutters. An original drawing by Daumier on a woodblock has been preserved for the present subject, which ultimately could not be used for printing. Reference: Daumier Register 6029. For the origin of the woodblock, see also:
https://www.daumier.org/2008/07/03/entdeckung-einer-daumier-zeichnung-auf-holz-aus-dem-jahr-1868/

100


 

4

Francisco Goya

Mucho hay que chupar 1799
Radierung und Aquatinta auf Velin, 20,5 x 15 cm (Platte). Nummer 45 aus der Serie "Los Caprichos". Druck der dritte Auflage von 1868, vor dem Abschleifen der Plattenränder und vor Verstählung der Platte. Referenz: Delteil 82; Harris 80/III/3

There is plenty to suck 1799
Etching and aquatint on wove paper, 20.5 x 15 cm (plate). Number 45 from the series "Los Caprichos". Print of the third edition of 1868, before the bevelling and steeling of the plate. Reference: Delteil 82; Harris 80/III/3

sold


 

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William Hogarth

Tail Piece - The Bathos (The Art of Sinking in Poetry) 1764
Radierung und Grabstichel auf Büttenpapier, 31,5 x 33,5 cm. Referenz: Paulson 216
Hogarths letzter Stich, der sich in seinem griechischen Titel „The Bathos” an Alexander Popes “Peri Bathous, Or the Art of Sinking in Poetry“ von 1728 anlehnt. “Bathos” („Tiefe“) bedeutet in Popes (und Hogarths) Deutung einen verunglückten Versuch poetischer Größe, wobei statt Vielschichtigkeit Plattheit erzeugt wird, die den Autor der Lächerlichkeit preisgibt. In selbstironischer Weise zitiert Hogarth in seinem Vanitas-Bild zahlreiche Vorbilder, von Dürers „Melancholia“ bis Poussins „L’Empire de Flore“ (mit einem toten Apoll, gezogen von toten Pferden) und nicht zuletzt seinen eigenen Stich „The Times“, in dem die Erdkugel Feuer fängt und alle Löschversuche vergeblich sind. Hogarths „Tail Piece“ sollte als letzte Abbildung eines Sammelbandes seiner bissigen, zeitkritischen Radierungen dienen. Auf dem Boden sieht man ein auf der letzten Seite geöffnetes Theater-Textbuch mit der Anweisung für die Schauspieler „Exeunt Omnes (Alle ab)“.

Etching and engraving on laid paper, 31.5 x 33.5 cm. Reference: Paulson 216
Hogarth's last engraving, whose Greek title "The Bathos" is based on Alexander Pope's "Peri Bathous, Or the Art of Sinking in Poetry" from 1728. In Pope's (and Hogarth's) interpretation, "bathos" ("depth") signifies an unsuccessful attempt at poetic greatness, whereby instead of complexity, flatness is created that exposes the author to ridicule. In a self-deprecating manner, Hogarth quotes numerous references in his vanitas image, from Dürer's "Melancholia" to Poussin's "L'Empire de Flore" (with a dead Apollo drawn by dead horses) and not least his own engraving "The Times", in which the globe has caught fire and all attempts to extinguish it are in vain. Hogarth's "Tail Piece" was to serve as the last illustration in an anthology of his biting, time-critical etchings. On the floor you can see a theatre textbook opened to the last page with the instruction for the actors "Exeunt Omnes (All off)".

sold

 

6

André Masson

Monument au Séducteur 1962
Radierung und Aquatinta auf Velinpapier, 26,9 x 20,9 cm (Platte),  38,2 x 28,5 cm (Blatt). Künstlerexemplar vor der Mappenauflage von 110 Exemplaren. Mit Bleistift signiert und bezeichnet E.A. Abzug außerhalb der Auflage als Blatt VII des Portfolios "Trophées érotiques", hrsg. von der Galerie Louise Leiris, Paris 1962. Das Portfolio enthielt 8 Radierungen, begleitet von je einer Strophe eines Gedichtes von André Masson, wobei die Strophenüberschriften zugleich die Bildtitel darstellen. Referenz: Will-Levaillant 1972, Nr. 81; Passeron 1973, S. 177 Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

Monument to the seducer 1962
Etching and aquatint on wove paper, 26.9 x 20.9 cm (plate), 38.2 x 28.5 cm (paper). Artist's proof before the portfolio edition of 110 copies. Signed and inscribed E.A. in pencil. Impression apart from the edition (as sheet no. VII) of the portfolio "Trophées érotiques", published by Galerie Louise Leiris, Paris 1962. The portfolio contained 8 etchings, each accompanied by a stanza of a poem by André Masson, whereby the stanza headings also represent the titles of the images. Reference: Will-Levaillant 1972, no. 81; Passeron 1973, p. 177 Provenance: Ex collection Roger Passeron


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Der gesunden Sexualität wird oft die ungesunde Sexualität entgegengestellt. Natürlich ist die ungesunde diejenige, die von den Zensoren angeprangert wird. Nur verstehen sie nichts davon. [...] Tatsächlich hat niemand die Grenze definieren können, die die gesunde Erotik von der - um dieses Wort ein letztes Mal zu gebrauchen - ungesunden Erotik trennt. ("Die lyrische Sexualität", GS 1, S. 122)

 

7

André Masson

L'amour monstre 1962
Radierung und Aquatinta auf Velinpapier,  26,9 x 20,9 cm (Platte), 38 x 28,5 cm (Blatt). Künstlerexemplar vor der Mappenauflage von 110 Exemplaren. Mit Bleistift signiert und bezeichnet E.A. Abzug außerhalb der Auflage als Blatt VIII des Portfolios "Trophées érotiques", hrsg. von der Galerie Louise Leiris, Paris 1962. Das Portfolio enthielt 8 Radierungen, begleitet von je einer Strophe eines Gedichtes von André Masson, wobei die Strophenüberschriften zugleich die Bildtitel darstellen. Referenz: Will-Levaillant 1972, Nr. 81; Passeron 1973, S. 177 Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

The monstrous love 1962
See no. 6, here sheet no. VIII of the same series


650

VIII L'amour monstre
La noire animalité surgit du fond de l'être
Sa victoire abolit la conscience claire
Elle plafonne à l'infini l'océan charnel (Écrits, S. 234)

VIII Die monströse Liebe
Die schwarze Animalität bricht aus der Tiefe des
Seins hervor
Ihr Sieg löscht das klare Bewusstsein
Die Grenze ihres fleischlichen Ozeans ist die
Unendlichkeit

 

8

Edouard Manet

L'Enfant aux Bulles de Savon 1868/1869
Radierung und Aquatinta auf festem Japanpapier, 25,4 x 21,3 (Platte), 29 x 23,9 cm (Blatt). Druck des 2. Zustandes mit gut sichtbarem Aquatintaton auf der rechten Hand des Jungen. Referenz: Harris 63. Provenienz: Mit dem Sammlungsstempel "MB" verso (Lugt 3786, nicht identifizierte Sammlung)

The Child with Soap Bubbles 1868/1869
Etching and aquatint on firm Japan paper, 25.4 x 21.3 (plate), 29 x 23.9 cm (sheet). Print of the 2nd state with clearly visible aquatint on the boy's right hand. Reference: Harris 63. Provenance: With the collection stamp "MB" verso (Lugt 3786, unidentified collection)

reserved

Ich habe mir stets Manets Aphorismus in Erinnerung gerufen: Eine Ästhetik für jedes Bild. [...] Ich liebe die Fähigkeit und Kraft zur Distanzierung und zum Bruch. Und das steht in genauem Gegensatz zur herrschenden Tendenz, die Maler und Schriftsteller mit Hang zur Wiederholung bevorzugt. Die Wiederholung ist für mich nur Bequemlichkeit und geistige Trägheit. ("Eine Ästhetik für jedes Bild", GS 1, S. 122)


 

9

Jean-Baptiste Camille Corot

La jeune fille et la mort (Das junge Mädchen und der Tod) 1854
Cliché verre auf Salzpapier, 20,6 x 17,1 cm (Blatt). In der Platte signiert. Einer von 150 Abzügen von Sagot et Le Garrec (Lugt 1766a) aus 1921 mit deren Stempel verso.

The young girl and death 1854
Cliché verre on salted paper, 20.6 x 17.1 cm (sheet). Signed in the plate. One of 150 impressions by Sagot et Le Garrec (Lugt 1766a) from 1921 with their stamp verso.

1200

"Nie den ersten Eindruck verlieren, der unser Gemüt bewegt hat", sagt er (Corot) in einem seiner Notizhefte, und das würde schon genügen, um den Neuerer zu erkennen, der sich seines Ziels und seiner Mittel bewußt ist. [...] Er spürt deutlich, daß der Augenblick unersetzlich ist, und die Frische dieses Augenblicks hat nur Wert, sofern sie an der Gnade Anteil hat. Die Illumination. In gewisser Hinsicht darf man sagen, daß er gegen den Automatismus seiner Zeit revoltiert hat: gegen die ideale Schönheit, die nach Rezepten und Regeln aus dem Effeff gefertigt wurde. [...] Corot entscheidet sich ohne wenn und aber für die Freiheit. ("Der Künstler und sein Nächster (Corot)", GS 2, S. 125)


 

10

Paul Gauguin

Les drames de la mer 1889
Zinkographie (Lithographie auf Zink) auf Simili-Japan, 18 x 27,2 cm (Platte), 27,5 x 39,5 cm (Blatt). Aus der Serie "Dix Zincographies" (EA "Suite Volpini"), hier in der 2. Auflage von Ambroise Vollard nach 1900. Eines von ca. 50 Exemplaren. Provenienz: Henri Marie Petiet (Lugt 5031) mit dessen Monogramm-Stempel verso.

Dramas of the sea 1889
Zincograph (lithograph on zinc) on Simili-Japan, 18 x 27.2 cm (plate), 27.5 x 39.5 cm (sheet). From the series "Dix Zincographies" (first edition "Suite Volpini"), here in the 2nd edition by Ambroise Vollard after 1900. One of c. 50 impressions. Provenance: Henri Marie Petiet (Lugt 5031) with his monogram stamp verso.


2800

(Gauguin): «Ich spüre, daß ich in der Kunst recht habe, aber werde ich auch die Kraft besitzen, dies überzeugend auszudrücken? Auf jeden Fall werde ich meine Pflicht als Künstler getan haben, und wenn meine Werke nicht überdauern, wird immer noch die Erinnerung an einen Künstler bleiben, der die Malerei von vielen akademischen Schwächen früherer Zeiten [...] befreit hat.» (Masson) Das Bewundernswerte hieran ist, wie Gauguin ahnt, daß der Akademismus in vielerlei Gestalt auftritt und daß es auch einen «avantgardistischen» Konformismus geben kann. ("Kommentare", GS 1, S. 116)

Ich dachte, man müsse so gut malen wie Gauguin. [...] Später habe ich gemerkt, daß es ein Trugschluß war, man ist einfach zum Erfinden gezwungen. ("Wir verstehen nicht mehr zu malen", GS 1, S. 124)


 

11

André Masson

Tourments 1957
Kaltnadel und Aquatinta auf Velinpapier, 17,8 x 20,9 cm (Platte), 33 x 43,5 cm (Blatt). Künstlerexemplar vor der Auflage von 30 Exemplaren. Mit Bleistift signiert und bezeichnet Ep. d'artiste. Referenz: Katalog Galerie Louise Leiris Nr. 14127, Passeron 1973, S. 173 Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

Torments 1957
Drypoint and aquatint on wove paper, 17.8 x 20.9 cm (plate), 33 x 43.5 cm (sheet). Artist's proof before the edition of 30 copies. Signed and inscribed Ep. d'artiste in pencil. Reference: Catalogue Galerie Louise Leiris no. 14127, Passeron 1973, p. 176 Provenance: Ex collection Roger Passeron

650

Ich habe das tückenreiche geistige Labyrinth den geraden und sicheren Wegen vorgezogen. Meine Arbeit ist ein Umherirren. ("Einige Bemerkungen", GS 1, S. 209)


 

12

Pablo Picasso

Buste d'homme 1905
Kaltnadel auf chamois-farbigen Velinpapier mit dem Wasserzeichen "van gelder zonen", 12 x 9 cm (Platte), 50,8 x 33 cm (Blatt). Einer von 250 Abzügen nach Verstählung der Platte. Gedruckt von Louis Fort für Ambroise Vollard 1913. Referenz: Bloch 4; Baer 5 b 2. Provenienz: Henri Marie Petiet (Lugt 5031)

Bust of a man 1905
Drypoint on chamois-coloured wove paper with the watermark "van gelder zonen", 12 x 9 cm (plate), 50.8 x 33 cm (sheet). One of 250 impressions after steeling the plate. Printed by Louis Fort for Ambroise Vollard in 1913. Reference: Bloch 4; Baer 5 b 2. Provenance: Henri Marie Petiet (Lugt 5031)

9000

Pablo Picasso, den ich eines Tages fragte, was ihn zusammen mit Georges Braque dazu bestimmt habe, die Malerei »neu zu erschaffen«, antwortete mir: »Wir waren 25 Jahre alt, Renoir feierte Triumphe, da mußten wir etwas anderes machen«. Berücksichtgt man das geistreich Überspitzte einer solchen Erklärung, so konnte man dennoch nicht gelungener »etwas anderes machen«. ("Ursprünge des Kubismus und des Surrealismus", GS 2, S. 74)


 

13

John Baptist Jackson
nach/after Tintoretto

Der bethlehemitische Kindermord (nach Tintoretto)  ca. 1742
Clair-Obscur-Holzschnitt auf Büttenpapier, 39,5 x 54 cm (Stock),
In der Kartusche bezeichnet: "Illustrissimo/ et Praeclaro Viro Dno. Dno./ Smart Lethieullier/ Eruditae Antiquitas Studioso/ Investigatori, Tabellam hanc/ Jacobi Robusti in sui/ obsequium DDD. J.B.Jackson", hrsg. von Giovanni Battista, Venedig 1745. Referenz: Kainen 18

Massacre of Innocents (after Tintoretto)  c. 1742
Chiaroscuro woodcut on laid paper, 39.5 x 54 cm (block),
Inscribed in the cartouche: "Illustrissimo/ et Praeclaro Viro Dno. Dno./ Smart Lethieullier/ Eruditae Antiquitas Studioso/ Investigatori, Tabellam hanc/ Jacobi Robusti in sui/ obsequium DDD. J.B.Jackson", ed. by Giovanni Battista, Venice 1745. Reference: Kainen 18

1400

Unmöglich, über die Bewegung zu schreiben, ohne an die Merkmale der barocken Komposition zu erinnern: sie schreibt sich, indem sie das Gesetz der Achse und der Komposition umstößt, in eine jublierende Rotation von Ellipsen und Spiralen ein [...]. Diese universelle Erschütterung - dieses Jubilieren eines von der Allmacht der Bewegung erschaffenen Raumes - muß man anstreben, unter Gefahr und mit Vehemenz... [...] Niemand vermochte besser als Rubens, alle Dinge in einer planetarischen Bewegung mitzureißen. Vor ihm einzig in ihrer überwältigenden Kühnheit: Tintoretto und der panische Tizian der letzten Periode.  ("Bewegung und Verwandlung", GS 1, S. 268 f.)


 

14

André Masson

Hommage à Roger Lacourière 1968
Kaltnadel auf altem Japanpapier, 16,8 x 22,9 cm (Platte), 16,8 x 23 cm (Blatt). Mit Bleistift signiert und bezeichnet E.A. Breitrandiges Künstlerexemplar neben der Auflage von 75 Exemplaren (davon 65 auf Japan) des Portfolios "Hommage à Roger Lacourière", hrsg. von Le degré Quarante et un, Paris 1968. Mit Texten von Iliazd (=Ilia Zdanevich, "Rogelio Lacourière, pêcheur de cuivres") und Pablo Picasso ("Aux quatre coins de la pièce") sowie 13 Originalradierungen von André Beaudin, Camille Bryen, André Derain, André Dunoyer de Segonzac, Max Ernst, Alberto Giacometti, Alberto Magnelli, Louis Marcousis, André Masson, Joan Miró, Jules Pascin, Pablo Picasso und Léopold Survage. Referenz: Levaillant 1985, Nr. 62 Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

Tribute to Roger Lacourière 1968
Drypoint on old Japan paper, 16.8 x 22.9 cm (plate), 16.8 x 23 cm (sheet). Signed and inscribed in pencil E.A. Artist's proof with wide margins apart from the edition of 75 copies (65 of which in Japan) of the portfolio "Hommage à Roger Lacourière", published by Le degré Quarante et un, Paris 1968. With texts by Iliazd (=Ilia Zdanevich, "Rogelio Lacourière, pêcheur de cuivres") and Pablo Picasso ("Aux quatre coins de la pièce") together with 13 original etchings by André Beaudin, Camille Bryen, André Derain, André Dunoyer de Segonzac, Max Ernst, Alberto Giacometti, Alberto Magnelli, Louis Marcousis, André Masson, Joan Miró, Jules Pascin, Pablo Picasso and Léopold Survage. Reference: Levaillant 1985, no. 62 Provenance: Ex Collection Roger Passeron

600

Nichts auf der Welt kann anderes tun als kämpfen und tanzen, wachsen und vergehen, erstreben und umarmen, bis hinein in den Schlaf, der - Komplize unseres Taglebens - die Nachklänge unserer Handlungen oder unserer Wünsche in einer seltsamen Flut mit sich hinwegträgt. ("Bewegung und Verwandlung", GS1, S. 266)


 

15

Odilon Redon

J'ai quelquefois aperçu dans le ciel comme des formes d'esprits 1896
Lithographie auf Chine appliqué, auf Velinkarton, 16,1 x 18,2 cm (Darstellung), 43,5 x 33 cm (Trägerpapier). Aus: La Tentation de Saint-Antoine, 3. Serie. Druck von Auguste Clot. 2. Auflage (ohne die Bildunterschriften), hrsg. von Ambroise Vollard, Paris 1938. Referenz: Mellerio 154; Jentsch (Vollard) 26

I have sometimes seen in the sky the shapes of spirits 1896
Lithograph on chine appliqué, on wove paper, 16.1 x 18.2 cm (image), 43.5 x 33 cm (backing paper). From: La Tentation de Saint-Antoine, 3rd series. Printed by Auguste Clot. 2nd edition (without the captions), edited by Ambroise Vollard, Paris 1938. Reference: Mellerio 154; Jentsch (Vollard) 26

sold

Redon und seine räumliche Intuition. Als sei er aus der Tiefe der Jahre gekommen. Aber verstört, in der Schwebe bleibend. [...] Die Zwillingsthemen Einsamkeit und Schweigen bilden das Leitmotiv des Werkes von Redon. Karyatiden der Schwelle. [...] Seine leise geflüsterten Klagen sind umso rührender. Die Stimme von Redon: wie die eines Reisenden, der sich in der mondhellen Steppe verliert. ("Odilon Redon »Der Raum der Phantasie«", GS 2, S. 197)


 

16

Odilon Redon

Des peuples divers habitent les pays de l'océan 1896
Lithographie auf Chine appliqué, auf Velinkarton, 30,5 x 23 cm (Stein). Tafel 23 aus der Serie "La Tentation de Saint Antoine". Auflage für Ambroise Vollard von 1938 ohne die Bildunterschrift. Referenz: Mellerio 156

Diverse peoples inhabit the ocean 1896
Lithograph on chine appliqué, on wove cardboard, 30.5 x 23 cm (stone). Plate 23 from the series "La Tentation de Saint Antoine". Edition for Ambroise Vollard from 1938 without the caption. Reference: Mellerio 156


2100

Die Stellung des Künstlers, sein soziales Verantwortunsbewußtsein, wird von Redon definiert: «Ein Werk, das lehren soll, ist vom Anfang an zum Scheitern verurteilt. Ein Bild lehrt nichts. Es zieht an, überrascht und regt an. Unmerklich und mit Liebe nährt es das Bedürfnis mit dem Schönen zu leben. Es erhebt und beflügelt den Geist, das ist alles» ("Redon. Methodische Mystik", GS 1, S. 245)


 

17

André Masson

L'atelier du sculpteur 1964
Radierung und Aquatinta auf Velinpapier, 21,8 x 27,8 cm (Strichplatte), 23 x 33 cm (Farbplatte, unbeschnitten), 28,5 x 38 cm (Papier). Probeabzug mit noch nicht formatierter Farbplatte für den Hintergrund. Unikat. Mit Bleistift monogrammiert A.M. und am unteren Blattrand vom Künstler bezeichnet "essai de couleurs pour le fond". Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

The sculptor's studio 1964
Etching and aquatint on wove paper, 21.8 x 27.8 cm (line plate), 23 x 33 cm (colour plate, uncut), 28.5 x 38 cm (sheet). Trial proof, the colour plate for the background not yet formatted. Unicum. Monogrammed A.M. in pencil and inscribed "essai de couleurs pour le fond" by the artist in the lower margin. Provenance: Ex collection Roger Passeron

900

In eine geistige Wüste verbannt, einsam und doch mit Blick auf andere arbeitend muß der authentische Künstler für sich selbst den Weg zum Mythos finden. Und die leidenschaftliche Suche nach dem Unsagbaren schafft dann eine hoffnungslose Distanz zwischen dem Inhalt und seiner Form, da die Ausdrucksmittel oft hinter den sublimen Strebungen zurückbleiben. ("Malen ist ein Wagnis". GS 2, S. 68)


 

18

André Masson

L'atelier du sculpteur 1964
Radierung und Aquatinta auf Velinpapier, 21,8 x 27,8 cm (Platte), 31,7 x 38 cm (Blatt). Künstlerexemplar vor der Auflage von 30 Exemplaren. Mit Bleistift signiert und bezeichnet E.A. Referenz: Katalog Galerie Louise Leiris Nr. 14804; Passeron 1973, S. 177 Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

The sculptor's studio 1964
Etching and aquatint on wove paper, 21.8 x 27.8 cm (plate), 31.7 x 38 cm (sheet). Artist's proof before the edition of 30 copies. Signed and inscribed E.A. in pencil Reference: Catalogue Galerie Louise Leiris no. 14804; Passeron 1973, p. 177 Provenance: Ex collection Roger Passeron

750



 

19

André Masson

Les fermières libertines 1966
Strichätzung und Pinselätzung mit Eisenchlorid auf Velinpapier, 21 x 33,4 cm (Platte), 28,5 x 37,8 cm (Blatt). Mit Bleistift signiert und bezeichnet Essai. Probedruck. Einziger Abzug in orangerot und vor der Verstählung der Platte. Referenz: Katalog Galerie Louise Leiris Nr. 14997; Passeron 1973, S. 177 Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

The exuberant farmers' wives 1966
Line etching and brush etching with iron chloride on wove paper, 21 x 33.4 cm (plate), 28.5 x 37.8 (sheet). Signed and inscribed Essai in pencil. Proof. Only impression in orange-red and before steeling of the plate. Reference: Catalogue Galerie Louise Leiris no. 14997; Passeron 1973, p. 177 Provenance: Ex Collection Roger Passeron

900

Die Surrealisten [...] werden aus den dunkelsten Abgründen unserer Triebe Kräfte zutage fördern, die zu enthüllen mit einem stillschweigenden Verbot belegt war, und sie werden den schmerzhaften, beunruhigenden, begeisternden Metamorphosen unseres Unbewussten eine Form geben. ("Ursprünge des Kubismus und des Surrealismus", GS 2, S. 72)


 

20

André Masson

Enigme 1960
Ensemble von 3 Blättern.

Enigma 1960. Ensemble of 3 sheets.

1. Radierung, Graphit und Tusche auf Velinpapier, 38 x 28,5 cm (Blatt). Zustandsdruck mit zahlreichen Überarbeitungen und Anmerkungen zur weiteren Bearbeitung der Platte sowie zur geplanten Druckausführung von André Masson. Mit Bleistift monogrammiert "A. M", bezeichnet "Essai" und betitelt "L'Enigme". Einziger Abzug des 1. Zustandes (von 4). Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

1. etching, graphite and India ink on wove paper, 38 x 28.5 cm (sheet). State proof with numerous revisions and annotations on the further processing of the plate together with the planned execution of the printing by André Masson. Monogrammed "A. M" in pencil, inscribed "Essai" and titled "L'Enigme". Only impression of the 1st state (of 4). Provenance: Ex collection Roger Passeron

1.-2.
je/each 900
3. 750
alle/all 2100

Es waren meine Dichter-Freunde, für die ich meine ersten Radierungen und Lithographien schuf. Zu dieser ursprünglichen Liste kamen mit dem Surrealismus viele weitere hinzu. Die Bresche war geschlagen. Als leidenschaftlicher Leser suchte ich auch in der Vergangenheit nach Stoff für Illustrationen, die der Stimmung jener Zeit (nach dem Ersten Weltkrieg) entsprachen, in der ich - das Wort ist nicht zu stark - betört war von den Romantikern aller Länder. ("Comment j'ai illustré des livres", Bulletin du Bibliophile 1972/II, S. 128)



21

André Masson

Enigme 1960
2. Radierung, Graphit und Deckweiß auf Velinpapier, 38 x 28,5 cm (Blatt). Zustandsdruck mit Überarbeitungen und Anmerkungen zur weiteren Bearbeitung der Platte sowie zur geplanten Druckausführung von André Masson. Mit Bleistift monogrammiert "A. M", bezeichnet "Essai", betitelt "L'Enigme" sowie mit Angabe eines Alternativtitels "Gravure dans le goût romantique". Einziger Abzug des 2. Zustandes (von 4). Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

2. etching, graphite and opaque white on wove paper, 38 x 28.5 cm (sheet). State proof with revisions and annotations on the further processing of the plate together with the planned execution of the printing by André Masson. Monogrammed "A. M" in pencil, inscribed "Essai", titled "L'Enigme" together with an alternative title "Gravure dans le goût romantique". Only impression of the 2nd state (of 4). Provenance: Ex collection Roger Passeron

900

22

André Masson

Enigme 1960
3. Radierung, Kaltnadel und Grabstichel auf Velinpapier, 38 x 28,5 cm (Blatt). Künstlerabzug (bezeichnet E.A.) des 3. Zustandes (von 4) vor der Verstählung der Platte und dem Abschrägen der Plattenkanten und vor der Auflage von 30 Exemplaren. Signiert und  verso datiert sowie vom Künstler (fälschlicherweise) als 1. Zustand bezeichnet. Referenz: Katalog Galerie Louise Leiris Nr. 13442; Passeron 1973, S. 176 Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

3. etching, drypoint and engraving on wove paper, 38 x 28.5 cm (sheet). Artist's proof (inscribed E.A.) of the 3rd state (of 4) before steeling and bevelling of the plate and before the edition of 30 copies. Signed, dated and (incorrectly) labelled by the artist as state 1 on verso. Reference: Catalogue Galerie Louise Leiris no. 13442; Passeron 1973, p. 176 Provenance: Ex Collection Roger Passeron

750

Die reelle Macht eines Werks der Imagination [...] ist [...]  das Resultat der drei folgenden Bedingungen: Die Intensität der vorangegangenen Meditation. Die Frische des Blicks auf die Außenwelt. Die Notwendigkeit, die der zeitgenössischen Kunst angemessenen malerischen Mittel zu kennen. [...] Heißt das nun, daß der Reflexion vor dem Instinkt, oder dem Verstand vor dem, was man gemeinhin Inspiration nennt, der Vorrang gegeben werden soll? Keineswegs: das Verschmelzen der vom Dichter-Maler ins Spiel gebrachten heterogenen Elemente vollzieht sich mit der rasenden Geschwindigkeit des Lichts. ("Malen ist ein Wagnis", GS 2, S. 71)


 

23

André Masson

Poissonière ou La femme au poisson 1972
Strichätzung und Pinselätzung mit Eisenchlorid auf Velinpapier,  16,2 x 15,4 cm (Platte), 32,5 x 25 cm (Blatt).
Ensemble von 4 Blättern. Provenienz: Roger Passeron

Poissonière or The Fishwoman 1972
Line etching and brush etching with iron chloride on wove paper, 16.2 x 15.4 cm (plate), 32.5 x 25 cm (sheet). Ensemble of 4 sheets. Provenance: Roger Passeron

1. Auflagendruck. Exemplar 20/50. Signiert und nummeriert. Am linken Unterrand von Roger Passeron bezeichnet "Poissonière". Referenz: Katalog Galerie Louise Leiris Nr. 15570 Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

1. edition print. Copy 20/50, signed and numbered. Inscribed "Poissonière" by Roger Passeron in the lower left margin. Reference: Catalogue Galerie Louise Leiris no. 15570 Provenance: Ex collection Roger Passeron

1. 450
2.-3.
je/each 650
4. 750
alle/all 2100

Da das Mögliche immer beunruhigender als die Wirklichkeit ist , besteht die einfachste Art, sich dieser Beunruhigung zu entziehen, noch darin, sie mit Abscheu zu verwerfen oder sie leichthin anzunehmen; oder auch indem man dieses berühmte gezwungene Lächeln aufsetzt, dem alle schöpferischen Menschen begegnen. ("Ursprünge des Kubismus und des Surrealismus", GS 2, S. 75 f.)


24

André Masson

Poissonière ou La femme au poisson 1972
2. Unikater Probedruck in schwarzgrau. Signiert und als "essai" bezeichnet. Notiz von fremder Hand  im rechten unteren Rand "bonne pour noir". Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

2. unique proof in black-grey. Signed and labelled "essai". Note in an unknown hand in the lower right margin "bonne pour noir" (good for black). Provenance: Ex collection Roger Passeron

650

25

André Masson

Poissonière ou La femme au poisson 1972
3. Unikater Probedruck in bisterfarben. Signiert und als "essai" bezeichnet. Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

3. unique proof in bistre. Signed and labelled "essai". Provenance: Ex collection Roger Passeron

650

26

André Masson

Poissonière ou La femme au poisson 1972
4. Unikater Probedruck in mauve. Signiert, datiert "28.7.72" sowie mit E.A. bezeichnet. Mit Widmung Massons an Roger Passeron "pour mon ami Roger Passeron/épreuve unique". Am linken Unterrand von Roger Passeron bezeichnet "épreuve unique de cette couleur"

4. unique proof in mauve. Signed, dated "28.7.72" and inscribed with E.A.. With Masson's dedication to Roger Passeron "pour mon ami Roger Passeron/épreuve unique". Inscribed "épreuve unique de cette couleur" (unique print in this colour) by Roger Passeron in the lower left margin

750


 

V 1

Henri Matisse

Albert Skira: Vingt ans d'activité
Éditions Albert Skira, Genève - Paris 1948. Umschlaggestaltung von Henri Matisse unter Verwendung von zwei speziell für diesen Katalog angefertigten Zeichnungen. Mit einer Liste aller von Skira bis zum Erscheinungsdatum des Katalogs herausgegebenen Künstlerbücher und Publikationen, darunter die berühmte surrealistische Zeitschrift "Minotaure" (für die auch Masson einen Umschlag gestaltete), die mit Radierungen von Dali illustrierten "Chants de Maldoror", die "Métamorphoses d'Ovide" mit Radierungen von Picasso, das "Pantagruel" mit Farbholzschnitten von André Derain und schließlich das vollständig von Matisse gestaltete "Florilège des Amours de Ronsard". Mit einem Faksimile-Brief von Paul Eluard mit einer Hommage an Albert Skira.

Albert Skira: Twenty years of activity
Éditions Albert Skira, Genève - Paris 1948. Cover design by Henri Matisse using two drawings made especially for this catalogue. With a list of all the artists' books and publications issued by Skira up to the date of publication of the catalogue, including the famous surrealist magazine "Minotaure" (for which Masson also designed a cover), the "Chants de Maldoror" illustrated with etchings by Dali, the "Métamorphoses d'Ovide" with etchings by Picasso, the "Pantagruel" with colour woodcuts by André Derain and finally the "Florilège des Amours de Ronsard" designed entirely by Matisse. With a facsimile letter by Paul Eluard with a tribute to Albert Skira.

80



 

V 2

Henri Matisse

Henri Matisse - Aus dem graphischen Werk 1952
Text von Lothar-Günther Buchheim. Ohne Verlagsangabe und Datum (1952)

Henri Matisse - From the graphic work 1952
Text by Lothar-Günther Buchheim. Without publisher's imprint and date (1952)


30

Er war immer sehr gescheit, ganz und gar logisch in Bezug auf ihn und seine Kunst. [...] Nie wurde eine seiner Äußerungen von einer anderen entkräftet, mit welcher Klarheit das eine aus dem anderen hervorging! [...] Das war ein erstaunlicher, einzigartiger Wahrnehmungsapparat! [...] Seine Urteile waren genauso hart über die anderen wie über sich selbst. [...] Nur muß ich sagen, daß es für mich eine Offenbarung war... da gab es nichts einzuwenden und nichts zu diskutieren! [...] Matisse hat meinem Leben Gewicht gegeben. ("Die Oase", GS 1, S. 204 ff.)

 

V 3

André Masson

Martinique charmeuse de serpents  1948
Mit 9 Strichätzungen (teilweise in blau gedruckt) nach Zeichnungen von André Masson. Éditions du Sagittaire, Paris 1948. Referenz: Levaillant 1985, Nr. 33

Martinique snake charmer 1948
With 9 relief etchings (partly printed in blue) after drawings by André Masson. Éditions du Sagittaire, Paris 1948. Reference: Levaillant 1985, no. 33



200

Ich wiederhole noch mal, für mich kommt es darauf an, den Menschen in das Universum (im magischen Sinne des Wortes) einzuordnen; einzureihen unter die Elemente, Tiere und Sterne. ("André Masson beantwortet einige Fragen", GS 2, S. 67)

In einem neuen Erschauern mit der Natur in Beziehung treten, ja, aber um der großartigen Freude willen, in ihr eine Entsprechung zu unseren Leidenschaften, unseren Wünschen, unseren Emotionen zu finden. ("Der Augenblick", GS 1, S. 261)



 

V 4

Alberto Giacometti
Jean Genet

Jean Genet - Le Balcon 1956
Original-Broschur mit einer Originallithographie von Alberto Giacometti, wobei sowohl Vorder- und Rückseite als auch der Buchrücken von Giacometti gestaltet wurden. Drucklayout und Herausgeber Marc Barbezat. Die Lithographie gedruckt von Mourlot. Éditions L'Arbalète, Décines Isère, 1953. Erstausgabe. 19 x 14,5 cm. Eines von 3000 nummerierten Exemplaren auf Velinpapier von Lana mit Schöpfrand und Wasserzeichen.  Unaufgeschnittenes Exemplar mit dem originalen Glassine-Schutzumschlag. Referenz: Kornfeld/FAAG 215/I (v. II); MoMA 154.1992

Jean Genet - The Balcony 1956
Original paperback with an original lithograph by Alberto Giacometti, with both the front and back covers and the spine designed by Giacometti. Print layout and publisher Marc Barbezat. The lithograph printed by Mourlot. Éditions L'Arbalète, Décines Isère, 1953. First edition. 19 x 14.5 cm. One of 3000 numbered copies on wove paper by Lana with deckle edge and watermark.  Uncut copy with the original Glassine dust jacket. Reference: Kornfeld/FAAG 215/I (v. II); MoMA 154.1992

300

Es fiele mir schwer, von ihm zu sprechen, denn er gehört zu meinen ältesten Freunden. Aber es ist offenkundig, daß Giacometti auf ganz dramatische Weise mit dem Bild kämpft. Die Spuren diese Kampfes sind immer sichtbar, nicht? Es ist ein regelrechtes Duell, aber Duell ist ein schlechtes Wort... Das ist ein Geraufe mit dem Bild... ("Giacometti, Cézanne und »das Ärgernis der bildlichen Darstellung«", GS 2, S. 138)



 

V 5

Henri Matisse

Henri Matisse - Chapelle. Peintures. Dessins. Sculptures. Maison de la pensée française. Paris 1950. Gedruckt von Mourlot. Farbige Einbandillustration mit Farblithographie nach Entwurf von H. Matisse. Mit dem Essay "Au Jardin de Matisse" von Louis Aragon.

Printed by Mourlot. Colour cover illustration with colour lithograph after a design by H. Matisse. With the essay "Au Jardin de Matisse" by Louis Aragon.

120

Henri Matisse vertraute mir einmal an, daß er, wenn er ein Blumenstück zu malen beginne, immer wünsche, ein Gärtner möge auf dem fertigen Bild jede einzelne Blume erkennen und benennen können, aber er wisse nicht, was beim Malen geschehe und es werde dann ein Mädchenreigen daraus... ("Einheit und Vielfalt der französischen Malerei", GS 1, S. 234)

 

V 6

Odilon Redon

À soi-meme. Journal (1867-1915) 1922
Notes sur la vie, l'art et les artistes. Introduction de Jacques Morland. H. Floury, Éditeur, Paris 1922. Or.-Broschur. 25 x 16,5 cm, 179 S.

For yourself. Diary (1867-1915) 1922
Notes on life, art and artists. Introduction by Jacques Morland. H. Floury, Editor, Paris 1922.

unverk.
not for sale

 

V 7

André Masson

Le plaisir de peindre 1950
Édition La Diane Française, collection d'Histoires des idées n°2, Nice 1950. 22 x 14,5 cm, 202 S. Or.-Broschur mit Titelillustration von André Masson. Eines von 1500 nummerierten Exemplaren der Normalausgabe. Frontispiz mit einem Porträt des Autors. Mit zahlreichen Abbildungen von Werken Massons.

The pleasure of painting 1950
Édition La Diane Française, collection d'Histoires des idées n°2, Nice 1950. 22 x 14.5 cm, 202 p. Or. paperback with title illustration by André Masson. One of 1500 numbered copies of the normal edition. Frontispiece with a po
rtrait of the author. With numerous illustrations of Masson's works.

120

Ich glaube nur an die Intensität. Keinem Tabu wird es gelingen, mich zu einem unwandelbaren Stil zu führen. Die Einheit wird nur in jedem einzelnen Bild respektiert.  [...] Es kommt darauf an, eigenes Feuer zu haben und jenseits aller Dogmen und Moden zur Ekstase zu gelangen. ("Abschweifungen über den Raum", GS 1, S. 294)

 

V 8

Michel Leiris
Georges Limbour

André Masson et son Univers 1947
Éditions des Trois Collines, collection les grands peintres par leurs amis, Genève - Paris 1947. 24,5 x 19 cm, 242 S. Or.-Broschur mit typografischer Illustration. Mit zahlreichen Abbildungen auf Tafeln sowie im Text.

André Masson and his Universe 1947
Éditions des Trois Collines, collection les grands peintres par leurs amis, Genève - Paris 1947. 24,5 x 19 cm, 242 pp. Or. paperback with typographical illustration. With numerous illustrations on plates and in the text.

100

Die hohe Forderung drängt sich auf, zu einer strengen Auffassung der Bedingung eines Werkes der Imagination zu gelangen. Und zuallererst dieses Prinzip aufzustellen, daß es für den imaginativen Künstler, der sein Werk nur mit bereits in der Wirklichkeit existierenden Elementen schaffen kann, entscheidend war, mit offenem Blick auf die äußere Welt (das kommt bei ihm vor!) die Dinge nicht in ihrer gelernten Allgemeinheit, sondern in ihrer enthüllten Individualität zu sehen: im Wassertropfen, der am Rand eines Blattes zittert, steckt eine Welt, aber eben nur dann, wenn der Künstler und der Dichter die Gabe besitzen, ihn in der Unmittelbarkeit zu sehen. [...] Die reelle Macht eines Werks der Imagination [...] ist [...]  das Resultat der drei folgenden Bedingungen: Die Intensität der vorangegangenen Meditation. Die Frische des Blicks auf die Außenwelt. Die Notwendigkeit, die der zeitgenössischen Kunst angemessenen malerischen Mittel zu kennen. [...] Heißt das nun, daß der Reflexion vor dem Instinkt, oder dem Verstand vor dem, was man gemeinhin Inspiration nennt, der Vorrang gegeben werden soll? Keineswegs: das Verschmelzen der vom Dichter-Maler ins Spiel gebrachten heterogenen Elemente vollzieht sich mit der rasenden Geschwindigkeit des Lichts. ("Malen ist ein Wagnis", GS 2, S. 71)

 

V 9

André Masson

Anatomy of my Universe 1943
Curt Valentin, New York 1943. Design und Druck von S. A. Jacobs, The Golden Eagle Press, Mount Vernon, New York. Nr. 61 von 330  im Impressum von André Masson handschriftlich nummerierten und monogrammierten Exemplaren der Normalausgabe (darüber hinaus 10 Ex. mit einer Federzeichnung und einer Radierung und 20 Ex. mit einer Radierung). Or.-Leinen mit Titelillustration von Masson. 27,2 x 22,2 cm. 96 nn. S. Enthält die aus dem Französischen ins Englische übersetzten Texte Massons "Prologue", "The Demon of Analogy", "Animate Nature", "The Automation", "The Theme of Desire", "Dream of a Future Desert", "Visit of Humor", "The Elan of Myth" und "The Emblamatic Man" mit den dazugehörigen Tafeln mit Reproduktionen nach Federzeichnungen von A. Masson. Referenz: Levaillant 1985, Nr. 15

Curt Valentin, New York 1943. Designed and printed by S. A. Jacobs, The Golden Eagle Press, Mount Vernon, New York. No. 61 of 330 copies of the normal edition hand-numbered and monogrammed in the imprint by André Masson (plus 10 copies with a pen and ink drawing and an etching and 20 copies with an etching). Or. linen with title illustration by Masson. 27.2 x 22.2 cm. 96 un. pp. Contains Masson's texts translated from French into English: "Prologue", "The Demon of Analogy", "Animate Nature", "The Automation", "The Theme of Desire", "Dream of a Future Desert", "Visit of Humor", "The Elan of Myth" and "The Emblamatic Man" with the accompanying plates with reproductions after pen and ink drawings by A. Masson. Reference: Levaillant 1985, no. 15

180

 

V 10

Max Ernst

View ("through the eyes of poets") 1942
Ch. H. Ford (Hrsg.): View - The Modern Magazine, Max Ernst Number, New York 1942. Umschlagillustration von Max Ernst. Texte und Bildbeiträge u.a. von Max Ernst, André Breton, Leonora Carrington, Hans Bellmer, Henry Miller, Joseph Cornell, Amédée Ozenfant etc.

Ch. H. Ford (ed.): View - The Modern Magazine, Max Ernst Number, New York 1942, cover illustration by Max Ernst. Texts and pictorial contributions by Max Ernst, André Breton, Leonora Carrington, Hans Bellmer, Henry Miller, Joseph Cornell, Amédée Ozenfant etc., among others.

350

Für Max Ernst, den Ritter der Metamorphose, gibt es kein Objekt ohne Verwandlungen. ("Wie ich es sehe", GS 1, S. 201)

 

V 11

Joan Miró

Miró 1959-1960
Pierre Matisse Gallery, New York 1961. Ausstellungskatalog der Pierre Matisse Gallery anlässlich einer Ausstellung von  Werken Joan Mirós vom 31. Oktober bis 25. November 1961. 31,5 x 24 cm. Umschlag mit originaler Farblitho-graphie von Miró, wobei diese die gesamte Vorder- und Rückseite sowie die Klappen einnimmt. Ausgefaltet 47,4 x 95,8 cm. Eines von 1200 Exemplaren. Mit einer weiteren doppelseitigen Original-Lithographie im Kataloginneren sowie 6 Reproduktionen von Werken Mirós nach dem Jacomet-Verfahren. Die Lithographien gedruckt von Maeght. Referenz: Cramer 69

Pierre Matisse Gallery, New York 1961. Exhibition catalogue of the Pierre Matisse Gallery on the occasion of an exhibition of works by Joan Miró from 31 October to 25 November 1961. 31.5 x 24 cm. Cover with original colour lithograph by Miró, covering the entire front and back as well as the flaps. Unfolded 47.4 x 95.8 cm. One of 1200 copies. With a further double-page original lithograph inside the catalogue as well as 6 reproductions of works by Miró using the Jacomet process. The lithographs printed by Maeght. Reference: Cramer 69

650

Aus eigenem Antrieb gingen Joan und ich aufeinander zu. [...] Spontan war unsere gegenseitige Sympathie. Und unser Erstaunen, als der eine vom anderen erfuhr, daß wir gerade beide zur gleichen Zeit ein Atelier in der Rue Blomet 45 gemietet hatten! Das Übrige ist wohlbekannt:  als mich André Breton am Tag vor der Publikation des Manifestes des Surrealismus besuchen kam, teilte ich ihm meine Hochschätzung für meinen Nachbarn mit (unsere Ateliers stießen aneinander und ein Loch war in der Wand, so daß wir miteinander reden konnten, ohne unsere »Höhlen« zu verlassen). Bretons Vorbehalte, die bald von einer begeisterten Zustimmunbg abgelöst wurden, das gehört nunmehr zur Geschichte der Kunst und Kultur unserer Zeit. [...] Ganz offenkundig war für Joan wie für mich die Dichtung im weitesten Sinne von kapitaler Bedeutung. Dichter-Maler zu seinwar unser Ehrgeiz, und darin unterschieden wir uns von unseren älteren Kollegen, die, auch wenn sie  mit den besten Dichtern ihrer Generation Umgang pflegten, doch eine schreckliche Angst davor hatten, von der Kritik als »literarische Maler« bezeichnet zu werden. ("Für Joan Miró zu seinem Geburtstag", GS 2, S. 106)



 

V 12

André Masson
Samuel Taylor Coleridge

Le dit du vieux Marin (et al.) 1948
Le dit du vieux Marin. Christabel. Koubla Khan ou vision d'un rêve. Aus dem Englischen ins Französische übertragen von Henri Parisot. Mit 12 ganzseitigen Lithographien von André Masson. Collections Vrille, Paris 1948. Druck der Lithographien von Desjobert. Eines von 220 Ex. auf "pur fil du Marais". 33,4 x 25,4 cm. 104, [8] Seiten. Lose Lagen in Chemise und Schuber. Referenz: Monod 2968; Levaillant 1985, Nr. 22

Samuel Taylor Coleridge: The Rime of the Ancient Mariner. Christabel. Koubla Khan - Or, a vision in a dream.  1948
Translated from English into French by Henri Parisot. With 12 full-page lithographs by André Masson. Collections Vrille, Paris 1948. print of the lithographs by Desjobert. One of 220 copies on "pur fil du Marais". 33.4 x 25.4 cm. 104, [8] pages. Loose quires in chemise and slipcase. Reference: Monod 2968; Levaillant 1985, no. 22

450


 

V 13

André Breton

Le surréalisme et la peinture 1945
Le surréalisme et la peinture suivi de genèse et perspective artistiques du surréalisme et de fragments inédits. Brentano's Inc., New York/Paris 1945. 25,8 x 17,8 cm, 203 S. Text auf Französisch. Mit einem Vorwort von Robert Tenger und zahlreichen Reproduktionen (teils in Farbe) nach surrealistischen Kunstwerken. Breton weilte bereits seit 1941 in den USA, das Buch "Le surréalisme et la peinture" erschien erstmals 1928. Über Masson steht hier u.a.: "Die Risikobereitschaft ist zweifellos die wichtigste Triebfeder, die einen Menschen auf dem Weg ins Unbekannte vorantreibt. André Masson ist in höchstem Maße davon besessen..."

Surrealism and painting 1945
Surrealism and painting, followed by the genesis and artistic perspective of surrealism and unpublished fragments. Brentano's Inc, New York/Paris 1945. 25.8 x 17.8 cm, 203 p. Text in French. With a foreword by Robert Tenger and numerous reproductions (some in colour) after surrealist works of art. Breton had already been living in the USA since 1941, the book "Le surréalisme et la peinture" was first published in 1928: "The willingness to take risks is undoubtedly the most important driving force that propels a person on the path into the unknown. André Masson is obsessed with it to the highest degree..."

180

Ich bin dem Surrealismus verbunden gewesen. Bei mir ist der Surrealismus etwas Zyklisches geworden. Ich gehörte zur ersten Gruppe der Surrealisten. Dann habe ich mich von ihnen getrennt... deswegen bin ich ein Einzelgänger; ich bin zu surrealistisch für die, die den Surrealismus nicht mögen und nicht genug für jene, die ihn lieben. ("Über den Surrealismus", GS 2, S. 85 f.)

 

V 14

André Masson

Noctural Notebook 1944
28 x 22 cm. 38 unpaginierte S. Orig.-Broschur mit Titelillustration von André Masson. Gedruckt von The Marchbanks Press für Curt Valentin, New York 1944. Eines von 600 Ex. der Normalausgabe (GA 665 Ex.). Einleitung und 14 ganzseitige Illustrationen nach Federzeichnungen von André Masson. Referenz: Levaillant 1985, Nr. 16

28 x 22 cm. 38 unpaginated pp. Orig. paperback with title illustration by André Masson. Printed by The Marchbanks Press for Curt Valentin, New York 1944. One of 600 copies of the normal edition (total edition 665 copies). Introduction and 14 full-page illustrations after pen and ink drawings by André Masson. Reference: Levaillant 1985, no. 16

120



 

27

Salvador Dalí

Le Vistempenard des prescheurs, composé par Turelupin (Der Flederwisch der Priester, zusammengestellt von Turelupin) 1973
Lithographie auf Japon nacré, 76 x 54 cm (Blatt). Aus dem Zyklus: "Les Songes drôlatiques de Pantagruel" (nach Rabelais), hrsg. von Celami/Ethis, Paris 1973. Eines von 50 mit Bleistift nummerierten und signierten Exemplaren. Die Lithographien wurden auf Grundlage von überzeichneten Vergrößerungen der Holzschnitte einer Rabelaisausgabe von 1565 hergestellt. Referenz: Everling S. 184 ff., Folga-Januszewska 92 ff.

The feather duster of the priests, compiled by Turelupin 1973
Lithograph on Japon nacré, 76 x 54 cm (sheet). From the series: "Les Songes drôlatiques de Pantagruel" (after Rabelais), published by Celami/Ethis, Paris 1973. One of 50 copies numbered and signed in pencil. The lithographs were produced on the basis of overdrawn enlargements of the woodcuts from a Rabelais edition of 1565. Reference: Everling p. 184 ff., Folga-Januszewska 92 ff.

900

Der unerwartete Surrealismus eines großen Schriftstellers des 16. Jahrhunderts (François Rabelais, Gargantua et Pantagruel, 2. Buch) läßt die medusenhaften und verschwommenen sexuellen Auswüchse eines Gaudì verblassen. ("Über die Imagination des Marquis de Sade", GS 1, S. 38 f.)

Wenn er (Dalí) eine Zeichnung macht, ist sie immer akademisch, ohne Lebendigkeit, aber von unbestreitbarer Virtuosität. Wie (Oscar) Wilde legt er sein ganzes Genie in sein Leben. [...] Diese ästhetische Haltung hat etwas Heroisches. ("Monteverdi, der Neuerer, GS 1, S. 126)

 

28

Stanley William Hayter

Combat 1953
Radierung (Grabstichel, Weichgrundätzung, Schablone) auf Velinpapier,
30 x 20,1 cm (Platte). Nummeriert, betitelt, signiert und datiert. Der erste von 10 „experimental proofs“. Ref: Black/Moorhead 210/IV

Etching (engraving, soft ground etching, stencil) on wove paper, 30 x 20.1 cm. Numbered, titled, signed and dated. The first of 10 "experimental proofs". Ref: Black/Moorhead 210/IV

1800

Hayter seinerseits gründete 1927 in Paris das berühmte Atelier 17. Während des Krieges traf man ihn in New York wieder, wo seine Anwesenheit mit den ersten bedeutenden Veränderungen in Massons Technik zusammenfiel. Im New Yorker Atelier, wo Seligmann und Hayter seine wichtigsten Mitarbeiter waren, gab Masson die Linie als alleiniges Kennzeichen seiner (bisherigen) Druckgrafik auf. (Françoise Will-Levaillant: André Masson et le livre dessin, gravure, illustration. In: Bulletin du Bibliophile, 1972/Nr. 2, S. 142)

 

29

André Masson

Couple étendu 1964
Kaltnadel auf Rhodoid,  15,5 x 21,5 (Platte), 21,5 x 27,5 cm (Blatt). Recto mit Bleistift signiert und bezeichnet "Ep. essai". Verso von Masson mit Bleistift für den Drucker bezeichnet: a) III / b) moyennes marges / c) contraste clair. Probedruck "à grandes marges" vor der Auflage von 6 Ex. in schwarz der VA (gesamt 19 Ex.) im Buch "Regard" (mit dem bereits 1924 veröffentlichten Liebesgedicht gleichen Titels von René Crevel), Ribaute-les-Tavernes, PAB, 1964. Laut Passeron wurden nur 2 Abzüge mit breitem Rand gedruckt. Referenz: Saphire & Cramer Nr. 64; Levaillant 1985, Nr. 55; Passeron 1973, S. 177 Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

Spreading couple1964
Drypoint on celluloid, 15.5 x 21.5 (plate), 21.5 x 27.5 cm (sheet). Signed and inscribed "Ep. essai" in pencil on recto. Inscribed by Masson for the printer in pencil on the verso: a) III / b) moyennes marges / c) contraste clair. Proof "à grandes marges" before the edition of 6 copies in black of the special edition (19 copies in total) in the book "Regard" (with the love poem of the same title by René Crevel already published in 1924), Ribaute-les-Tavernes, PAB, 1964. According to Passeron, only 2 prints were printed with wide margins. Reference: Saphire & Cramer no. 64; Levaillant 1985, no. 55; Passeron 1973, p. 177 Provenance: Ex collection Roger Passeron

1500

 

30

André Masson

Peine perdue 1964
Radierung und Pinselätzung auf Japon nacré, 12,5 x 9,5 cm (Platte), ca. 19,4 x 13,8 cm (Blatt). Probedruck. Mit Bleistift signiert und mit "Essai" bezeichnet. Verso mit Bleistift bezeichnet: Frontispice de "Peine perdue" Poème de/Claude André Puget 1964 30 ex avec gravures. Probedruck vor der Auflage von 30 Ex. in der Vorzugsausgabe des Buches "Peine perdue", Gedichte von Claude André Puget, erschienen im Club du poème, Genève 1964. Referenz: Saphire & Cramer Nr. 62; Levaillant 1985, Nr. 53 Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

In vain 1964
Line and brush etching on japon nacré, 12.5 x 9.5 cm (plate), approx. 19.4 x 13.8 cm (sheet). Proof print. Signed in pencil and inscribed "Essai". Inscribed in pencil verso: Frontispice de "Peine perdue" Poème de/Claude André Puget 1964 30 ex avec gravures. Proof before the edition of 30 copies in the special edition of the book "Peine perdue", poems by Claude André Puget, published by Club du poème, Genève 1964. Reference: Saphire & Cramer no. 62; Levaillant 1985, no. 53 Provenance: Ex collection Roger Passeron

450

 

31

Joan Miró

Galerie Maeght - Miró 1971
Farblithographie auf Plakatpapier. Original-Plakat zu den Ausstellungen "Peintures sur papier" und "Dessins". Herausgegeben von der Galerie Maeght Paris, o.J. (1971). Druck des Atelier Arte Paris.

Colour lithograph on poster paper. Original poster for the exhibitions "Peintures sur papier" and "Dessins". Published by the Galerie Maeght Paris, n.d. (1971). Printed by Atelier Arte Paris.

300

Fast nie gab er Einzelheiten über den schöpferischen Ursprung seiner Bilder preis. Gewiß könnte ich einige Details über seine Reaktionen nennen, als Breton, Eluard, Aragon vor seien ersten surrealistischen Bildern standen. - Zum Beispiel hatte sich Eluard vor Renversement über das begeistert, was er für eine Sonne hielt, darauf Miró: »Nein, das ist eine Kartoffel« - und es war wirklich eine Kartoffel mit ihren Würzelchen, die durch den Lyrismus des Dichter-Malers zu prächtigen Strahlen wurden. ("Für Joan Miró zu seinem Geburtstag, GS 2, S. 106 f.)

Ich werde eure Gitarren zerbrechen, sagte Miró. ("Wie ich es sehe", GS 1, S. 201)

 

32

André Masson

Landschaft 1951
Farblithographie von 3 Steinen auf Chine appliqué (auf Velinpapier), 38,5 x 47 cm (Chinapapier), 50 x 65,5 cm (Trägerpapier). Probedruck. Signiert und vom Künstler bezeichnet "Bon à tirer".

Landscape 1951
Colour lithograph from 3 stones on chine appliqué (on wove paper), 38.5 x 47 cm (chine paper), 50 x 65.5 cm (backing paper). Proof print. Signed and inscribed "Bon à tirer" by the artist.

600

Der europäische Maler kann nicht auf den Eroberungsgeist verzichten; er hat das Gefühl zu verlieren, wenn er überhaupt nicht mehr gestützt wird durch den Dämon der Aggressivität [...]; der chinesische Maler dagegen gesteht nur passiven Besitz einen Wert zu: demütig das Echo sein, der Reflex... Der Durst nach Ewigkeit ist für den westlichen Menschen niemals zu stillen. [...] Der Ostasiate hingegen gibt das Ewige wieder, indem er vom Vergänglichen ausgeht. Nicht zu vergessen die geringe Bedeutung, die die Maler Asiens der Individualität beimessen, ihre Geringschätzung dessen, was wir Originalität nennen... ("Der Augenblick", GS 1, S. 258)

 

33

André Masson

Baigneur à la cascade 1950
Farblithographie auf Japanpapier, ca. 41 x 31,5 cm (Blatt). Künstlerexemplar vor der Auflage von nur 8 Exemplaren. Mit Bleistift signiert und bezeichnet Essai. Referenz: Katalog Galerie Louise Leiris Nr. 03706; Passeron 1973, S. 173 Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

Bather at the waterfall 1950
Colour lithograph on Japanese paper, approx. 41 x 31.5 cm (sheet). Artist's proof from the edition of only 8 copies. Signed and inscribed Essai in pencil. Reference: Catalogue Galerie Louise Leiris no. 03706; Passeron 1973, p. 173 Provenance: Ex collection Roger Passeron

450

Nachdem ich dem Geist des Maßes Tribut gezollt habe, möchte ich nun einem neuen Exotismus gegenüber  [...] die Transparenz, das Duftige, die Erlesenheit und ihre Entsprechungen, die Weichheit, die Anmut, die Lebhaftigkeit, nicht länger scheuen. ("Der Augenblick", GS 1, S. 259)

 

34

André Masson

Bécasse 1950
Lithographie auf Japanpapier,  41 x 31 cm (Blatt). Künstlerexemplar vor der Auflage von nur 4 Exemplaren. Mit Bleistift signiert und bezeichnet E.A. Referenz: Katalog Galerie Louise Leiris Nr. 03710; Passeron 1973, S. 173 Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

Woodcock 1950
Lithograph on Japanese paper, 41 x 31 cm (sheet). Artist's proof from the edition of only 4 copies. Signed and inscribed E.A. in pencil Reference: Catalogue Galerie Louise Leiris no. 03710; Passeron 1973, p. 173 Provenance: Ex collection Roger Passeron

Leihgabe

Unser Beton- und Blechdschungel wirkt nicht sehr inspirierend, der große Pan stirbt täglich und die Natur wird weiterhin geschändet. Was an ihr noch nicht entstellt wurde, bleibt bedroht. Doch vergessen wir nicht: wir selbst sind ein Teil der Natur. ("Einige Bemerkungen", GS 1, S. 211)

 

35

André Masson

Brume du soir 1950
Farblithographie auf Chine appliqué (auf Velinpapier), 25,6 x 29,2 cm (Chinapapier),  32,7 x 43,8 cm (Velinpapier). Künstlerexemplar vor der Auflage von 30 Exemplaren. Mit Bleistift signiert und bezeichnet E.A. Referenz: Katalog Galerie Louise Leiris Nr. 04170; Passeron 1973, S. 174 Provenienz: Ex Sammlung Roger Passeron

Evening mist 1950
Colour lithograph on chine appliqué (on wove paper), 25.6 x 29.2 cm (china paper), 32.7 x 43.8 cm (wove paper). Artist's proof before the edition of 30 copies. Signed and inscribed E.A. in pencil. Reference: Catalogue Galerie Louise Leiris no. 04170; Passeron 1973, p. 174 Provenance: Ex collection Roger Passeron

450

Das Wichtigste ist eine neue Diskretheit. Die Glut, aber im Geheimen, wie die Rose des Feuers unter der Asche. Intensiv blaß. ("Der Augenblick", GS 1, S. 262)

       
         

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